Fremdenverkehr in Ulrichshusen:

Tourismuskonzept für die Schublade?

Die Ulrichshusener kritisieren das von der Gemeinde beauftragte Fremdenverkehrskonzept. Ideen der Workshop-Teilnehmer wie ein Tempo-Limit durch die Orte seien nicht berücksichtigt worden, wird unter anderem moniert.

So schön der wachsende Tourismus in Ulrichshusen ist: Nicht leicht ist es für den kleinen Ort und dessen Einwohner andererseits, das mit Ruhe zu tragen.              
Silke Voß So schön der wachsende Tourismus in Ulrichshusen ist: Nicht leicht ist es für den kleinen Ort und dessen Einwohner andererseits, das mit Ruhe zu tragen.  

30 000 Euro hat das vom Land geförderte Fremdenverkehrskonzept gekostet, das die Gemeinde Moltzow beauftragt hat. Für diese hohe Summe ist Anwohnern das Konzept, erstellt von Projektmanager "animare" Rostock, bei weitem nicht wirkungsvoll und nachhaltig genug. Wie der Nordkurier erfuhr, sei die ausschließlich von Gemeindeabgeordneten beschlossene Konzeption untauglich für eine eigenständige Weiterentwicklung. Weder seien Arbeitsgruppen gebildet worden noch seien die Teilnehmer zweier Workshops entsprechend befähigt worden, die Sache privat weiter in die Hand zu nehmen. Weder seien ein Zeitraum für die Umsetzung der in den Workshops erarbeiteten Ideen noch Verantwortlichkeiten benannt worden noch sei die finanzielle Untermauerung der Maßnahmen erfolgt.

Zudem sei die Einladung zur Gemeindevertretersitzung wenig öffentlichkeitswirksam erfolgt: Kaum zu entdecken im Schaukasten, noch dazu weit abgeschlagen unter Tagesordnungspunkt neun habe der Beschluss der Fremdenverkehrskonzeption gestanden, wird moniert. Weitere Kritikpunkte sind, dass Ideen der Workshopteilnehmer, also von Einwohnern und Touristikern, nicht in das Konzept eingearbeitet worden seien. Das betrifft zum Beispiel den Vorschlag, in allen Ortsdurchfahrten Tempo 20 einzurichten. "Die Autos brettern durch den Ort mit seinen Fachwerkhäusern, dass diese nur so wackeln", meint etwa Professor Gerd Fleischmann aus Ulrichshusen. Das Tempolimit aber sei vom Bürgermeister mit der Begründung abgelehnt worden, dass man das nicht in ein Tourismuskonzept schreiben dürfe, weil dafür der Landkreis Seenplatte zuständig sei. Für diesen wiederum sei alles in Ordnung. Das bestätigt Peter Handsche vom Landkreis: "Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten hat die Straßenverkehrsbehörde schon vor vielen Jahren reagiert und die zulässige Höchstgeschwindigkeit in der Ortsdurchfahrt auf 30km/h reduziert. Die Gemeinde hat zusätzlich Aufpflasterungen hergestellt, obwohl dies aufgrund der schlechten Straße aus meiner Sicht nicht notwendig gewesen wäre, da man dort gar nicht schneller als 30 fahren kann."

Zudem seien längerfristige verdeckte Geschwindigkeiteskontrollen rund um die Uhr durchgeführt worden. Mit folgendem Resultat: Es handele sich lediglich "um subjektive Eindrücke". Für Professor Fleischmann hingegen ist es Fakt, dass die Kontrollen zu einem Zeitpunkt durchgeführt worden seien, als das Dorf relativ leer war - nämlich von montags bis freitags Mittag. Und dass nach dem letzten "schlafenden Polizisten" die Leute richtig aufdrehen würden, ohne Rücksicht auf Fußgänger. "

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