Lange Mecker-Liste:

Tourismusverband kämpft mit Kritik aus eigenen Reihen

Gastwirte in der Müritz-Region gehen auf die Barrikaden: Mitglieder des regionalen Hotel- und Gaststättenverbandes zweifeln die Arbeit des Tourismusverbandes an und drohen mit Konsequenzen.

Unprofessionell und konzeptionslos - mit diesen Worten bezeichnet Thomas Döbber-Rüther die Arbeit des Tourismusverbandes Mecklenburgische Seenplatte. Die Liste der Kritikpunkte ist lang, die der Vorsitzende des Regionalverbandes Müritz des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) zusammengetragen hat.

Der Dehoga-Regionalverband ist Mitglied im Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte und hat rund um die Müritz 86 Mitglieder. Zum Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte gehören gut 300 Mitglieder, meist Unternehmer. Sie leben von Tourismus und Fremdenverkehr. Derzeit laufen die Fusionsverhandlungen mit dem Tourismusverband Mecklenburgische Schweiz, der rund 100 Mitglieder einbringt. „Wir vermissen an der Seenplatte seit Jahren ein klares Tourismuskonzept. Damit soll sich der flächenmäßig größte Tourismusverband gegenüber anderen Regionen abheben. Es gibt zwar einen Leitfaden, aber das ist kein Konzept“, stellt Döbber-Rüther fest. Kritisch sieht er auch die Stellen-Ausschreibung für den Posten des neuen Verbands-Geschäftsführers, die nach dem Ausscheiden von Kersten Köpke notwendig wurde. „Hier fehlt eine klare Beschreibung. Das befördert nicht die so wichtige professionelle Ausrichtung des Tourismusverbandes „, findet der ehrenamtliche Dehoga-Regionalchef. Er ist beruflich als Geschäftsführer der Land-Fleesensee Marketinggesellschaft tätig.

Nächster Kritikpunkt: Beschlüsse der Mitglieder, die in der Satzung festgeschrieben wurden, seien nicht umgesetzt worden. Vereinbart worden sei beispielsweise das Verlegen des Geschäftsstellensitzes nach Waren. Bis heute sei das Büro in Röbel zu finden. „Ich weiß, dass derzeit im Tourismusverband nicht alles rund läuft, gerade vor dem Hintergrund der Fusion der beiden Tourismusverbände Seenplatte und Mecklenburgische Schweiz. Wir brauchen aber einen starken Tourismusverband, um unsere Region gut und vor allem besser zu vermarkten. Das ist derzeit nicht gegeben. Wir erwägen daher den Austritt“, sagt Döbber-Rüther.

Wolf-Dieter Ringguth, gewählter Vorsitzender des Tourismusverbandes Mecklenburgische Seenplatte, räumt ein, dass die Fusion zweier Verbände „naturgemäß keine leichte Aufgabe“ sei. Es gebe einen Leitfaden, der aktuell ist und der erst vor zwei Jahren beschlossen wurde.

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