Zugewachsene Wege verärgern Anwohner:

Ungepflegtes Wäldchen in Waren-West

Das Kameruner Wäldchen ist für viele Einwohner in Waren-West eine beliebte Naturoase. Doch die dort einst angelegten Wege wachsen immer mehr zu. Und bei diesem Ärger bleibt es nicht.

Die dort einst angelegten Wege wachsen immer mehr zu.
Nadine Schuldt Die dort einst angelegten Wege wachsen immer mehr zu.

Marlies Falk ist gerne an der frischen Luft. Doch durch den Kameruner Weg und besonders durch das Kameruner Wäldchen nahe der Warener Weststadt mag sie bald nicht mehr gehen. „Es war mal so richtig schön hier, aber man sieht ja, dass hier nichts mehr gemacht wird“, sagt die 61-Jährige, die in Waren West lebt. Sie steht mitten in dem Wäldchen auf einem einigermaßen breiten Weg und zeigt nach links und rechts zu kleinen, unscheinbaren und bereits relativ stark zugewachsenen Wegen. Derzeit werden sie immer noch von verwelkenden, glitschigem Laub bedeckt.

Oft spaziere sie hier mit ihrem Mann oder auch ihrer Nachbarin Lisa Ewert lang. Dabei hat sie schon mehr als eine kuriose Entdeckung gemacht. „In einem kleinen Seitenweg stand einst ein Kinderwagenanhänger für Fahrräder, in dem eine Wolldecke sowie ein Schlafsack lagen“, erzählt die Warenerin. Es müsse dort auch jemand gelebt haben, denn um den Anhänger herum lagen lauter Salatschalen und Tetra-Packs, fügt sie hinzu. An einer anderen Stelle wiederum hatte jemand eine Hose in die Bäume gehängt, niegelnagelneue Badelatschen lagen ebenfalls knapp abseits der schmalen Pfade, die mehr und mehr zuwachsen. „Es war hier mal ein Park mit schönen Wegen“, sagt sie. Jugendliche nutzen die teilweise sehr engen Pfade und fahren dort mit ihren BMX-Rädern. Richtig steil ist es hier und für Spaziergänger ziemlich ungeeignet. „Es ärgert uns nur, denn für den Tourismus wird gekämpft, aber nicht oder nur wenig für die Anliegen der Anwohner“, schildert Marlies Falk ihre Sichtweise.

Auch über den Kameruner Weg, der zum und auch am gleichnamigen Wäldchen vorbeiführt, ärgert sie. Oder vielmehr über die Möglichkeit, dort Rad fahren zu können. „In der Saison kommen die Radfahrer von vorne und von hinten, da muss man richtig zur Seite springen als Fußgänger“, veranschaulicht die Warenerin. Der Stadt Waren liegen hingegen keine Beschwerden über den Zustand des Kameruner Weges vor. Auch die Reinigung des Kameruner Weges ist aus Sicht der Stadt klar geregelt. „Sie erfolgt entsprechend der Straßenreinigungssatzung“, heißt es von der Pressestelle. Dennoch wurde vor wenigen Wochen im Bereich der Zufahrtstraße zum Kletterpark Kamerun ein vollkommen vermülltes Biotop wieder hergestellt, so die Stadt.

<cite class="icon-camera">Nadine Schuldt</cite> Marlies Falk zeigt auf das Fußgänger- und Radfahrerschild zum Kameruner Weg und Kameruner Wald. Als Spaziergängerin habe man es in der Saison schwer bei den vielen Radlern, meint Marlies Falk.