Abgabe für Touristen:

Urlauber müssen tiefer in die Tasche greifen

Ab nächstem Jahr führt auch die Gemeinde Rechlin die Kurtaxe ein. Und auch Klink will mehr Geld.

Die Röbeler haben sich für ihre Kurkarte etwas einfallen lassen. Damit bekommen die Gäste gleich ein kleines Schinko-Bild in die Hand.
Petra Konermann Die Röbeler haben sich für ihre Kurkarte etwas einfallen lassen. Damit bekommen die Gäste gleich ein kleines Schinko-Bild in die Hand.

Die einen ziehen an, die anderen nach. Die Gemeinde Klink hat beschlossen, die Kurabgabe zu erhöhen. Auf zwei Euro in der Hauptsaison von März bis Oktober, ermäßigt ein Euro. In der Nebensaison soll sie jeweils die Hälfte betragen. Rechlin, am anderen Ende der Müritz, will jetzt ganz neu mitmischen im Reigen der Städte und Gemeinden, die eine Kurabgabe erheben. Ab 1. Januar 2016 wird auch dort eine Abgabe für die Gäste fällig, die in der Gemeinde ihren Urlaub verbringen. Rechlin ist seit 2010 Staatlich anerkannter Erholungsort.

Auf eine Kurabgabe habe man bislang noch verzichtet, doch nun komme man nicht mehr daran vorbei, erklärte Bürgermeister Wolf-Dieter Ringguth (CDU). Mit einem Euro pro Tag und Gast liegt Rechlin noch recht günstig. Geld wird in die Kasse der gemeindeeigenen Tourismusgesellschaft trotzdem jede Menge fließen. Schließlich werden in Rechlin und seinen Ortsteilen pro Jahr rund 185 000 Übernachtungen registriert. Rund 2500 gewerbliche Gäste-Betten können Urlauber in Rechlin und den umliegenden Orten buchen. 

Ende des Müritz-Hotels schlägt zu Buche

In Klink brach das Betten-Geschäft indes ein. Durch die Schließung des Müritz-Hotels zu Jahresbeginn fehlen Einnahmen um 70 000 bis 75 000 Euro im Jahr, wurde im Amt Seenlandschaft Waren schon mal überschlagen. Dennoch verwahren sich Gemeindevertreter gegen die Assoziation, dass die Kurabgabe nur erhöht werde, um dieses Finanzloch zu stopfen. Die Kurabgabe sei seit 2001 nicht verändert worden, eine Neu-Kalkulation längst dran gewesen, der Zeitpunkt jetzt allerdings unglücklich gewählt, hieß es auf der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung. Da musste die Satzung noch einmal nachgebessert werden. Die Untere Rechtsaufsicht hatte Bedenken angemeldet. Allerdings nicht wegen der Höhe der Kurabgabe, sondern weil der Verweis fehlte, wo die Tageskarte erworben werden kann: bei der Tourist-Info im Torhaus.

Die Kurabgabe entlastet die Haushalte in den Städten und Gemeinden ein Stück weit. Den Klinkern ist klar, dass sie eine Mängelliste abzuarbeiten haben. Eckhard Knust verwies im Gemeinderat nur darauf, dass die Badestrände sauber zu halten sind. „Wir müssen auch was tun für die Leute, sonst können wir die Kurtaxe nicht erhöhen.“ Beschlossen wurde, drei Gemeindearbeiter erst einmal von August bis Ende September dieses Jahres zu beschäftigen. Die Stellen auf 450-Euro-Basis werden ausgeschrieben.

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