Warener Jugendzentrum:

Verhandlung hinter verschlossenen Türen

Für die Stadt Waren geht es um Millionenbeträge. Doch Bau und Unterhalt des neuen Jugendzentrums werden vorerst nur in kleinen Kreisen diskutiert. Die Öffentlichkeit bleibt bei dem Streit-Thema außen vor.

Wieder einmal ging es beim Thema Warener Jugendzentrum um die Finanzierung.             
Federico Gambarini/dpa Wieder einmal ging es beim Thema Warener Jugendzentrum um die Finanzierung.  

Noch ist das letzte Wort zum Warener Jugendzentrum nicht gesprochen. Jetzt rauchen die Köpfe hinter den Kulissen. Die zuständigen Ausschüsse debattieren über das Millionenprojekt. Die Öffentlichkeit muss dabei draußen bleiben. Am Dienstagabend tagte der Finanzausschuss der Stadt. Einziges Thema: Das Jugendzentrum. Man sei gebeten worden, zeitnah eine Kostenschätzung abzugeben, so der Vorsitzende Ralf Spohr. „Dabei geht es nicht so sehr um Bau und Grundstück, sondern um laufende Kosten“, so der CDU-Mann. Dazu hat sich der Ausschuss einen Fachmann eingeladen. Einen Gastronomen aus Neubrandenburg, der selbst regelmäßig Veranstaltungen für Jugendliche organisiert. Dieser habe, so Spohr, darum gebeten, die Bürger bei den Gesprächen auszuschließen. „Es wird dabei auch um seine Geschäftszahlen gehen“, erklärt er. Und die seien nicht für jedermanns Ohren gedacht.

Im November hatte die Stadtvertretung sich dafür ausgesprochen, das Projekt „Joo!“ des Architekten Christian Klein weiter zu verfolgen. Die Baukosten von rund 2,5 Millionen Euro sollen durch eine Spende von Müritz-Mäzen Jost Reinhold beglichen werden. Doch offen ist immer noch die Finanzierung des laufenden Betriebes. „Personalkosten lassen sich da im Moment noch gar nicht abschätzen. Das ist die große Unbekannte. Wir versuchen erst einmal die anderen Faktoren wie Nebenkosten zusammenzutragen“, so Spohr. Gleichzeitig geht es auch um eine mögliche Sanierung des Jugendclubs am Papenberg.

Doch die Finanzer sind nicht die Einzigen, die auf Öffentlichkeit lieber verzichten. Auch der Kultur- und Bildungsausschuss hatte sich vergangene Woche im stillen Kämmerlein mit dem Millionenprojekt befasst. „Das war der Wunsch der Ausschussmitglieder“, so die Vorsitzende Heidemarie Engelking (Die Linke). Man wollte einfach mal offen die Standpunkte austauschen, ohne die Angst, dass jedes Wort auf einer öffentlichen Goldwaage landet. Im Februar sollen die Stadtvertreter eine endgültige Entscheidung über den Bau des „Joo!“ treffen.