Vertrags-Poker:

Versinkt der Seepark im Investoren-Dschungel?

Hinken Stadtverwaltung und Politik der Entwicklung beim Seepark-Projekt hinterher? Oder, um es schärfer auszudrücken: Werden Stadtverwaltung und Politik von der Projektentwicklungsgesellschaft sowie altem und neuem Investor am Nasenring durch die städtebauliche Arena geführt?

Wildwuchs an exponierter Stelle: Laut Bauschild sollte der erste Stein des Millionen-Projektes im Sommer 2013 gesetzt werden.
Nadine Schuldt Wildwuchs an exponierter Stelle: Laut Bauschild sollte der erste Stein des Millionen-Projektes im Sommer 2013 gesetzt werden.

In der Sitzung der Stadtvertretung am 29. April soll unter Tagesordnungspunkt 11 der „Vorhabenträgerwechsel für den Seepark an der Müritz beraten und beschlossen werden.“ Sagt Warens Bürgermeister Norbert Möller. Das heißt, die Politik soll zustimmen, dass das Millionen-Projekt Seepark künftig nicht mehr vom bisherigen Investor Hans-Dieter Böhm aus Sparow, sondern von der Helma Ferienimmobilien GmbH aus Berlin gebaut wird.

Von diesem Investorenwechsel wurde der Stadtentwicklungsausschuss am 24. März durch Projektentwickler Herbert Harm informiert. Am 1. April ergänzte Harm in einem Schreiben an Warens Bauamtsleiter Gunter Lüdde, dass die Helma Ferienimmobilien GmbH mit 35 000 Quadratmetern den Löwenanteil an der geplanten Ferienanlage übernimmt. Ein kleiner Teil des Areals soll im Besitz des alten Investors Böhm bleiben.

Der Geduldsfaden wird dünner

Gleichzeitig sicherte Projektentwickler Harm am 24. März der Warener Verwaltung und Politik zu, dass es zeitnah ein Gespräch mit dem neuen Investor aus Berlin geben sollte. Nun – „bis zum heutigen Tag hat dieses Gespräch nicht stattgefunden“, räumte Möller gegenüber dem Nordkurier ein.

Mit anderen Worten: Die Stadt konnte sich bisher noch nicht davon überzeugen, dass die Helma Ferienimmobilien GmbH das Seepark-Projekt in der laut gültigem Bebauungsplan vorgesehenen Form auch wirklich finanziell realisieren kann – und will. Offensichtliche Sprachlosigkeit, die den „Geduldsfaden des Bürgermeisters dünner werden“ lässt, wie es Möllers Pressesprecherin Steffi Schabbel formulierte.

Es gibt noch gar keinen Vertrag

Was den Tagesordnungspunkt 11 aber völlig ad absurdum führt und der eigentliche Grund für das noch nicht stattgefundene Gespräch zwischen Stadt Waren und Berliner Investor ist, steht in einer Mail, die der Nordkurier am Donnerstag von Per Barlag Arnholm, Geschäftsführender Gesellschafter der Helma Ferienimmobilien GmbH, erhielt: Darin heißt es unter anderem, dass die Helma Ferienimmobilien GmbH „überlegt, das Projekt (gemeint ist der Seepark, die Redaktion) zeitnah zu übernehmen“.

Und jetzt der Satz, der wohl so manchem Warener Politiker – nach jahrelangem Gezerre um den Seepark – den Geduldsfaden wirklich reißen lassen könnte: „Der Kaufvertrag wird momentan noch verhandelt.“  Das bedeutet: Der Vorhabenträgerwechsel für das 33-Millionen-Projekt, den die Stadtvertretung am 29. April abnicken sollte, hat noch gar nicht stattgefunden. Es gibt noch überhaupt keinen Vertrag, in dem der alte dem neuen Investor das Objekt verkauft.

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