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Versinkt der Seepark in der Müritz?

Norbert Möller ist ein geduldiger Mensch - doch langsam aber sicher reißt dem Bürgermeister der ansonsten durchaus belastbare Geduldsfaden. Die Hängepartie um das Millionen-Projekt Seepark lässt die Stadt jetzt das starke Wort von der Deadline ausrufen.

Man achte auf das Datum: Bereits im Sommer 2013 sollte mit dem Bau des Ferienresorts begonnen werden. Heute, im zu Ende gehenden Winter 2014/2015, ist die Realisierung fraglicher denn je.
Nadine Schuldt Man achte auf das Datum: Bereits im Sommer 2013 sollte mit dem Bau des Ferienresorts begonnen werden. Heute, im zu Ende gehenden Winter 2014/2015, ist die Realisierung fraglicher denn je.

Es ist einer der politischen Dauerbrenner an der Müritz: das geplante 33-Millionen-Projekt Seepark auf dem Gelände des ehemaligen Sägewerkes. Aber wohl noch nie stand die luxuriöse Ferienanlage inklusive Wellnessbereich so auf der Kippe wie am späten Mittwochabend.

Spitzentreffen vertagt

In der Sitzung der Stadtvertretung zeigte sich Bürgermeister Norbert Möller nach einem erneuten Gespräch mit Investor Hans-Dieter Böhm und Projektentwickler Herbert Harm fast schon desillusioniert. „Wir sind leider keinen Schritt weitergekommen und haben uns vertagt“, berichtete Möller den Kommunalpolitikern. In 14 Tagen soll es eine neue – vielleicht – letzte Runde geben. In dem Zusammenhang machte am Mittwoch im Rathaus schon das Wort von der Deadline die Runde.

In zwei Wochen hofft der Bürgermeister endlich auf belastbare Zahlen und Angaben, wie sich die Stadt gegebenenfalls an dem Seepark-Projekt – speziell an der geplanten Schwimmhalle innerhalb des Wellnessbereichs – beteiligen könnte, um künftige Alternativen für Schwimmunterricht und Schwimmsport in Waren zu bekommen. Denn nach der Schließung der Schwimmhalle in Klink müssen neue Lösungen her.

Politik schmettert Bürgerentscheid ab

An diesen neuen Lösungen werden die Bürger aber nicht beteiligt. Kurz vor 22 Uhr schmetterte die Stadtvertretung am Mittwoch mit überwältigender Mehrheit einen Antrag des FDP-Mannes Toralf Schnur auf Durchführung eines Bürgerentscheids ab. Der Liberale wollte die Bürger in Waren direkt fragen, ob denn die Stadt nicht selbst eine Schwimmhalle bauen sollte. Während Schnur die Bürgernähe beschwor, warnten die übrigen Politiker vor einem finanziellen Abenteuer, in das sich die Stadt mit dem Bau einer Schwimmhalle stürzen würde.

Rußbüldt-Gest tritt zurück

Am Abenteuer Kommunalpolitik wird derweil Antje Rußbüldt-Gest ab sofort nicht mehr teilnehmen. Der Neuling, der erst im Sommer in die Stadtvertretung eingezogen war, verkündete schriftlich seinen Mandatsverzicht.

 

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