Waren muss kräftig draufzahlen:

Voller Bürgersaal und doch leere Kassen

Konzerte, Kabarettshows oder ganz normale Tagungen – der Bürgersaal ist gut gebucht. Dennoch bereitet gerade diese Immobilie Kopfzerbrechen. Warum kann die Stadt damit kein Geld scheffeln?

Sie sorgen für einen reibungslosen Ablauf im Bürgersaal: Jürgen Greve, Kathrin Steindorf-Sabath, Heike Seemann und Tom Lehmann (v.l.n.r).
Nadine Schuldt Sie sorgen für einen reibungslosen Ablauf im Bürgersaal: Jürgen Greve, Kathrin Steindorf-Sabath, Heike Seemann und Tom Lehmann (v.l.n.r).

Der Bürgersaal boomt: Im Jahr finden dort zwischen 170 und 190 Veranstaltungen von und für Bürger aus Waren sowie der Müritzregion statt. Bei Finanzexperten in der Stadt löst das aber keinen Jubelschrei aus. Denn obwohl die Anzahl der Veranstaltungen enorm hoch ist, ist sie bei Weitem nicht Kosten deckend. „Pro Jahr nehmen wir etwa 150 000 Euro ein“, sagt Mandy Schimmel, Prokuristin bei den Stadtwerken Waren.

Dem gegenüber stehen allerdings Aufwendungen von etwa 500 000 Euro – Kosten, die unter anderem für die Abzahlung des millionenschweren Baukredites und der Unterhaltung des Saals anfallen. Ohne einen jährlichen Zuschuss der Stadt in sechsstelliger Höhe wären diese Ausgaben nicht zu bewerkstelligen. Und das wird auch in den kommenden Jahren sicherlich noch so bleiben. Der Kredit ist erst im Juli 2024 abbezahlt. Der Bürgersaal gehört zur Kur und Tourismus Gmbh – wie auch die Warener Müritz Information sowie der Campingplatz Ecktannen. Die Stadtwerke erstellen die kaufmännische Abrechnung für die Einrichtung. Dafür gebe es einen Dienstleistungsvertrag, sagt Mandy Schimmel. Eckhart Jäntsch wurde als Geschäftsführer der Kur- und Tourismus GmbH eingesetzt.

Keine Kohle mit Kultur

 „Der abzuzahlende Kredit liegt jetzt noch bei zwei Millionen Euro – von ursprünglich sechs Millionen“, erläutert Eckhart Jäntsch. Dass die Tilgung nicht schneller über die Bühne geht, haben Jäntsch sowie Schimmel von Anfang an einkalkuliert. Der Bürgersaal hatte einst zwölf Millionen DM gekostet und wurde zu 100 Prozent von zwei Banken finanziert. Das sei auch der Grund für die hohe und langfristige Tilgung, so Jäntsch. „Mit Kultur erzielt man eben keine nachhaltigen Überschüsse“, bemerkt Schimmel. Darüber hinaus wurde in den Saal investiert. So gibt es eine Küche  und eine Bar im Eingangsbereich vor dem Bürgersaal. „Auch eine Klimaanlage wurde eingebaut“, sagt Eckhart Jäntsch. Maßnahmen, die sich in Anbetracht der zahlreichen Veranstaltungen bewährt haben.

 

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