Vorsicht, Wild:

Rehe verursachen die meisten Unfälle

Nicht nur die Jäger in der Müritzregion, auch die Autofahrer sorgen wieder für eine spürbare Dezimierung des Wildbestandes.

Rehe zählen an der Seenplatte zu den auf der Straße am meisten gefährdeten Waldbewohnern.
Patrick Pleul Rehe zählen an der Seenplatte zu den auf der Straße am meisten gefährdeten Waldbewohnern.

Derartige Meldungen zählen in diesen Wochen wieder zum täglichen Brot der Polizeibeamten in Waren und in Röbel: Auf der Bundesstraße 198 zwischen Darze und der Auffahrt zur Autobahn 19 hat sich ein Wildunfall ereignet. Ein Pkw stieß zwischen einer Links- und einer Rechtskurve mit einem Reh zusammen, der Waldbewohner verendete noch an der Unfallstelle. Am Fahrzeug werden Reparaturkosten von rund 1000 Euro fällig.

Fast 3000 Wildunfälle ereignen sich jährlich, mit geringen Schwankungen, in der dünn besiedelten Mecklenburgischen Seenplatte – zumeist sind die Autofahrer dabei schuld- und machtlos. Dennoch ließe sich aus Polizeisicht manches verhindern, würden sich Kraftfahrer mehr im Zaum halten. Der Fahrzeugführer muss innerhalb seiner Sichtweite das Fahrzeug gefahrlos zum Anhalten bringen, nennen Polizisten ein wichtiges Gebot der Verkehrsordnung. Oftmals, so klagt die Polizei, sind Autofahrer trotz der Warnschilder zu schnell unterwegs.

Bitte nicht ausweichen

Dabei kann bei hohen Geschwindigkeiten der Zusammenstoß ein Aufprallgewicht von mehreren Tonnen erreichen – dem hält kein Auto stand. Der häufigste Fehler: Fahrer versuchen noch zu oft, dem plötzlich im Scheinwerferlicht auftauchenden Tier auszuweichen. Nichts sei schlimmer, heißt es, denn so verliere man fast immer die Kontrolle. Deshalb empfehlen Experten eine Vollbremsung und geradeaus weiterzufahren. Sicherlich sei ein Wildunfall immer schlimm. Aber meist gehe es so noch glimpflicher aus, als wenn der Kraftfahrer wegen des Ausweichmanövers bei hohem Tempo ins Schleudern gerät. Die größte Gefahr zu einer unfreiwilligen Begegnung mit Wild bestehe überall dort, wo sich links und rechts der Straßen Wälder oder Acker befinden, lauten die Erfahrungen der Polizei.

Besonders gefährdet sind im Müritzkreis die Bundesstraßen 194 und 108. Bei fast 80 Prozent aller Unfälle, die sich hier ereignen, muss Zusammenstöße mit Wild als Ursache angeführt werden. Dabei ereignen sich die meisten Unfälle zwischen 20 und 24 Uhr und am frühen Morgen. Und als Unfallverursacher Nummer eins hält hierzulande das Reh her: Mit großem Abstand führt Rehwild vor Schwarzwild die Liste an.

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