Die Gerichtsreform greift:

Waren jubelt - Neustrelitz trauert

Die Gerichtsreform hat Sieger und Verlierer. Auch wenn das Justizministerium das vehement bestreitet.

Das Neustrelitzer Gericht muss nach Waren umziehen.
Thomas Beigang Das Neustrelitzer Gericht muss nach Waren umziehen.

Vorher waren es sechs Richter, seit Wochenbeginn sind es zehn. Der Amtsgerichtsbezirk Waren ist um den Amtsgerichtsbezirk Neustrelitz erweitert worden. Was im besten Verwaltungsdeutsch so sperrig daher kommt, hat ganz praktische Auswirkungen. Während der Standort in Waren aufgewertet wird, ist Neustrelitz zur Zweigstelle Warens degradiert worden.

"Nein, nein", wehrt Inga Melinkat, seit einem Jahr im Justizministerium in Schwerin als Projektverantwortliche für die Umsetzung der Gerichtsreform, ab, "uns geht es nicht um Schließungen von Standorten, sondern um die Qualität der Justiz". Es gebe keinen Arbeitsplatzabbau und keine Nachteile für die Bevölkerung. Und warum protestieren 150 000 Bürger per Volksbegehren gegen die Reform? "Den Bürgern geht es gar nicht so sehr um die Reform, die Bürger sind einfach reformmüde - deshalb unterschreiben sie", erklärt Melinkat aus ihrer Sicht den Protest.

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