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Waren soll Tunnelbau selbst bezahlen

Dass ein Tunnel in der Röbeler Chaussee nicht nur auf dem Papier existieren muss, sondern in Waren Wirklichkeit werden kann, das hatten die Planer schon verkündet. Doch nicht alles, was machbar ist, lässt sich auch bezahlen.

Das Bereitschaftssignal in Waren einen Tunnel zu finanzieren steht beim Straßenbauamt Neustrelitz auf Rot. Dennoch hat die Stadt Waren bereits 20 000 Euro für eine Machbarkeitsstudie ausgegeben, in der Hoffnung, dass das Amt die Baukosten übernehme.
Carina Göls Das Bereitschaftssignal in Waren einen Tunnel zu finanzieren steht beim Straßenbauamt Neustrelitz auf Rot. Dennoch hat die Stadt Waren bereits 20 000 Euro für eine Machbarkeitsstudie ausgegeben, in der Hoffnung, dass das Amt die Baukosten übernehme.

Die Chancen für einen Tunnel an der B 192 vom Wohngebiet Waren West in Richtung Volksbad werden immer kleiner. Während die Mitglieder des städtischen Umweltausschusses sich Montagabend, 19. Juni um 18 Uhr, mit der Machbarkeitsstudie zur Unterführung befassen, hat das Straßenbauamt Neustrelitz gegenüber Stadtverwaltungschef Norbert Möller (SPD) Farbe bekannt: Rot! Bauen gern, aber nicht zahlen.

Das ist der Tenor eines aktuellen Schreibens von Straßenbauamtschef Jens Krage, das dem Nordkurier vorliegt, an Verwaltungschef Norbert Möller. Gesprächsbereit für das Ansinnen der Stadt sei man durchaus, aber nur, „sofern die Stadt die Baukosten und die Unterhaltskosten für den Tunnelbau übernimmt“. Grund dafür, dass die Straßenbauverwaltung den Tunnelbau auf ihre Kosten ablehnt, sind einfach zu wenig Leute, die jetzt die Ampel Richtung Volksbad nutzten. Nicht einmal in Spitzenzeiten morgens von 7 bis 8 Uhr (90 Fußgänger) und am Nachmittag (16/17 Uhr) mit 120 Leuten würden Werte erreicht werden, die einen Tunnelbau sinnvoll machten. Vertretbar sei eine Fußgängerunterführung erst ab einem „Querungsbedarf von mehr als 150 Fußgängern“, heißt es. Zu anderen Konditionen sei ein Tunnel nicht erforderlich.

Geht die Rechnung für die Stadtpolitiker jetzt noch auf? Hatten sie doch ganz andere finanzielle Pläne, um den Eine-Million-Euro-Bau in Angriff nehmen zu können. Als sogenannter Straßenbaulastträger für die Bundesstraße, an der die Unterführung ja entstehen würde, hätte das Straßenbauamt demnach die Zeche für den Tunnel zahlen sollen.

Schließlich hat die Stadt schon Geld für den Tunnel ausgegeben. 20 000 Euro für eine Machbarkeitsstudie aus dem Neustrelitzer Ingenieurbüro Thiele & Partner. Ergebnis: So ein Tunnel könnte gebaut werden. Davon werden sich dann heute Abend auch die Mitglieder des städtischen Umweltausschusses im Ratssaal ein Bild machen können, wenn das knapp 40 Seiten starke Projekt wie jüngst dem Stadtentwicklungsausschuss auch ihnen vorgestellt wird. Öffentlich.