Tierisches Ärgernis:

Stinkend und ätzend – das Hundegeschäft

Die Stadt Waren investiert vierstellige Geldbeträge, um Hundebesitzern Plastiktüten zur Entsorgung des ekligen Kots zur Verfügung zu stellen. Doch Tretminen haben an der Müritz weiterhin Hochkonjunktur.

75 000 Tüten sind in diesem Jahr in Waren bereits verbraucht worden.
Arno Burgi/Andreas Becker 75 000 Tüten sind in diesem Jahr in Waren bereits verbraucht worden.

Es ist und bleibt ein Ärgernis in Waren – Hundekot auf Grünanlagen, Spielplätzen, Gehwegen oder in Vorgärten. Der Kampf gegen die stinkenden Überbleibsel der tierischen Verdauung ist ein ewiger, kennt Dietmar Henkel, Leiter des Ordnungsamtes im Rathaus Waren, die bescheidene Situation im für Herrchen, Frauchen und Vierbeiner öffentlich zugänglichen Raum. „Bis vor fünf Jahren hatten wir im gesamten Stadtgebiet etliche sogenannte SAC-O-MATEN aufgestellt – mittlerweile stehen nur noch am Nesselberg einige. Die Geräte enthielten Tüten, in denen der Hundekot unmittelbar nach dem Geschäft entsprechend entsorgt werden konnte“, erinnert sich Henkel.

Tüten geklaut oder Geräte zerstört

Doch Pustekuchen – entweder seien diese Tüten geklaut oder aber die Geräte gleich zerstört worden. Während der Kot zur Tretmine mutieren konnte. „Immer wieder haben wir die Geräte mit Tüten aufgefüllt – ohne Erfolg. Das ging irgendwann ins Geld, so dass wir uns einen anderen Weg überlegt haben“, erzählt der Ordnungsamtsleiter.

Jetzt gibt's die Tüten im Rathaus

Die Alternative: Hundebesitzer können sich mittlerweile die Abfalltüten direkt im Rathaus oder in der Touristinformation abholen. „Die Nachfrage gibt uns Recht – in diesem Jahr haben wir schon fast 75 000 Tüten an Herrchen und Frauchen gebracht. Wer für diese Tüten eigens ins Rathaus kommt, der wird sie auch nicht zum Einkaufen zweckentfremden“, schmunzelt Henkel.

Wem der Umweg über Rathaus und Touristinfo doch zu umständlich ist, kann – zumindestens im Sommerhalbjahr – die vier vom Ordnungsamt eingesetzten Stadtläufer ansprechen. Die helfen nicht nur in Sachen Orientierung, sondern auch bei der Ordnung weiter. Konkret: Die Stadtläufer sind mit Hundetüten ausgestattet.

Wer den Haufen nicht entsorgt, macht sich strafbar

Also: Einfach die hilfsbereiten Männer ansprechen und schwupps ist das tierische Problem gelöst. Und trotzdem: „Es gibt Ecken in der Stadt, da ist der Hundekot auch weiterhin ein massives Problem“, räumt Henkel ein. Der Mann aus dem Rathaus appelliert deshalb an alle Hundebesitzer, sich an Recht und Ordnung zu halten – Henkel schickt eine Mahnung gleich hinterher: „Wer das Geschäft seines Hundes nicht korrekt entsorgt, macht sich strafbar.“ Das Problem: Herrchen und Frauchen samt Hund auf frischer Tat zu ertappen...

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