Kosten für Hafenausbau explodieren:

Waren versenkt eine weitere Million in der Müritz

Am Wochenende hatte Warens Bürgermeister beim Neujahrsempfang den Hafenausbau in einer wahren Lobhuddelei noch hoch gejubelt, wenige Tage später ist der SPD-Mann unsanft in den Tiefen des politischen Alltags gelandet. Die nackten Zahlen des Controllingberichts sind ernüchternd.

Und es wird noch einmal teurer: Die Kosten für den Hafenausbau kratzen an der 10-Millionen-Euro-Grenze.
Udo Roll Und es wird noch einmal teurer: Die Kosten für den Hafenausbau kratzen an der 10-Millionen-Euro-Grenze.

Die Entwicklung der Kosten für das „größte Projekt Warens seit der Wende“ (Möller) ist schwindelerregend. Ursprünglich waren die Verantwortlichen im Rathaus von einer Investitionssumme in Höhe von 4,7 Millionen Euro ausgegangen. Ein halbes Jahr vor Baustart, im Frühjahr 2014, war die Summe bereits auf 7,3 Millionen geschnellt, zum Baustart im Herbst 2014, hatte der Bürgermeister das Projekt als „alternativlos“ bezeichnet und Kosten von 8,4 Millionen bekannt gegeben. Und jetzt, im Januar 2016, sind es also 9,5 Millionen Euro.

Laut zuständigem Planungsbüro sind bis zum vorgesehenen Abschluss des Hafenausbaus noch 25 Prozent der Leistungen zu realisieren. „Auch dieser Teil ist hinsichtlich planmäßigem Verlauf und der Kosten nicht gänzlich risikofrei“, heißt es im Controllingbericht, der dem Nordkurier vorliegt.

Doch nicht nur der Warener Steuerzahler wird durch das Millionenprojekt belastet. Aufgrund der „Bedeutung des Hafens für die wassertouristische Entwicklung des Landes Mecklenburg-Vorpommerns erfolgt eine 80-prozentige Mitfinanzierung durch das Land“. Das würde bedeuten, dass die Stadt Waren – nach aktuellem Stand – zwei Millionen Euro allein stemmen müsste.

Laut Planungsbüro seien vor allem die „erhöhten Aufwendungen für die Gründungsarbeiten“ Ursache der enormen Kostensteigerungen. Das Rammen der Stützpfeiler für die neuen Molen im nördlichen und südlichen Hafenbereich erwies sich aufgrund des morastigen Müritzbodens als äußerst komplex – und teuer. Zusätzliche Kosten (rund 200 000 Euro) fielen auch durch die Erneuerung einer maroden Stützwand im Bereich des Fischereihafens an.

 

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Kommentare (1)

es zeigt sich immer wieder das s.g. soft kalkulatoren unfähig sind die wahren kosten real abzuschätzen. wer so daneben liegt, sollte lieber den beruf wechseln, es ist meistens dann billiger und kostenrealer eine umfrage zu den kosten in der fußgängerzone machen. es geht doch meist nur darum, begeisterung bei der realisierung herbeizuführen, fördermittel anzuschieben und manchen investor ein dickes portmonaise zu sichern. das alle den wahnsinn dann bezahlen müssen entgeht den touristikfanatikern.