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Warener kämpfen um ihre Bäume

Geht es um ihren Kietz, dann sind die Warener schnell auf dem sprichwörtlichen Baum. Die Frage ist nur, ob es davon noch genug gibt. Denn sie fürchten, dass für der Bau des Müritz-Palais' etliche Buchen und Linden geopfert werden.

Mitglieder der neugegründeten Ortsgruppe Waren des BUND machten sich vor Ort ein Bild
Thomas Türülümow Mitglieder der neugegründeten Ortsgruppe Waren des BUND machten sich vor Ort ein Bild

Das war kein Spaziergang. Das war Protest. Die Leute, die sich jetzt das Areal in Waren angesehen haben, auf dem vielleicht etliche Bäume für das geplante Müritz-Palais gefällt werden könnten, ließen ihrer Angst und Wut freien Lauf. Mit Sätzen wie "Wir haben kein Vertrauen mehr in unsere Politiker" und "Muss denn alles verbaut werden, nur um Urlauber zu locken?" empörte sie sich. 

Aus den Reihen der Müritzer Politiker war Stadtparlamentarier Rainer Espig (Linke) in die Debatte getreten, um dem aufgewühlten Publikum möglichst fachlichen und sachlichen Rat zu geben: "Ob ein Baum gefällt wird oder nicht, das entscheidet der Landkreis und nicht die Stadt". Bauamtsleiter Gunter Lüdde hatte zudem bereits im städtischen Umweltausschuss verkündet, dass ein unabhängiger Gutachter die Bäume untersuchen wird, um zu erkennen, wie vital sie noch sind. Erst dann könnte man neu verhandeln.

Sie wollen gehört werden

Doch das ist den Gegnern einer Fällung zu spät. "Wir finden, dass dieses Bauprojekt problematisch ist und in die Belange der Natur beträchtlich eingreift. Wir möchten nicht, dass der Investor denkt, dass er schalten und walten kann, wie er möchte.  Wenn, schon gebaut werden soll, dann soll es naturverträglich sein." Dazu zähle nicht, dass für einen Hotelneubau womögliche etliche geschützte Bäume weichen müssen. Denn unter Schutz stehen, so steht es im Gesetz, "Bäume mit einem Stammumfang von mindestens 100 Zentimetern, gemessen in einer Höhe von 1,30 Meter über dem Erdboden". "Damit fielen am Kietz fast alle Bäume, die auf dem Baugrund stehen, unter diesen Schutz", konstatierten die Naturschützer .

Und meint: "Zunächst wehren wir uns aber dagegen, dass die Stadtvertreter offensichtlich beabsichtigen, uns und andere Vertreter öffentlicher Belange von der Diskussion auszuschließen! Schon hier zeigt sich unseres Erachtens, es ist etwas faul!" Man müsse angehört und nicht von der Debatte ausgeschlossen werden.

Rein rechtlich, so gab Rainer Espig zu bedenken, müssen nicht einmal die sogenannten Träger öffentlicher Belange wie Energieversorger, Wasserwerke, Entsorgungsfirmen, Telekom etc. angehört werden. Das sei aufgrund der Baugröße laut Baugesetz nicht nötig. Ergo: "Man kann eigentlich nur etwas bewirken, wenn man gegen den B-Plan Widerspruch einlegt als Bürger."