Mecklenburger Hirschrufer suchen den Besten:

Warener röhrt sich an die Spitze

Rufe, wenn Du ein echter Platzhirsch bist! Zehn gestandene Männer trauten sich auf die Show-Bühne, um den Titel als besten Hirschrufer 2015 auszufechten. Am Ende siegte eine raue Stimme aus Waren.

Der beste Hirschrufer von Mecklenburg ist in diesem Jahr Hans-Günther Kisse aus Waren. Seinem Plastik-Instrument entlockte er so sehnsuchtsvolle Hirschrufe, dass er damit die Jury in Verzückung versetzte.
Petra Konermann Der beste Hirschrufer von Mecklenburg ist in diesem Jahr Hans-Günther Kisse aus Waren. Seinem Plastik-Instrument entlockte er so sehnsuchtsvolle Hirschrufe, dass er damit die Jury in Verzückung versetzte.

Ein Alphorn, ein Bierglas, ein Kuhhorn - all' diesen Gegenständen kann man Töne entlocken, die einem echten Hirschruf in der Brunft verdammt ähnlich sind. Doch der beste Platzhirsch, der am Sonntag-Nachmittag in der Bollewicker Scheune alle Nebenbuhler in die Flucht schlug, nutzte einen industriell gefertigten Hirschrufer aus grünem Plastik. Die "sehnsuchtsvolle Töne eines alten Hirsches", die Hans-Günter Kisse diesem Instrument entlocken konnte, versetzte die Jury in Verzückung - und bescherte dem Warener den ersten Platz.

Den Titel als bester Hirschrufer von Mecklenburg hatte er schon einmal vor einiger Zeit errungen. In den vergangenen Jahren musste Kisse sich jedoch immer mit zweiten Plätzen begnügen. Dieses Mal aber spielte der 75-Jährige auf der Bühne der Bollewicker Scheune seine ganze Erfahrung aus und holte als ältester Platzhirsch erneut die Trophäe. "Ich bin natürlich überrascht, dass es in diesem Jahr geklappt hat. Es ist immer auch Glück dabei. Aber irgendwie wusste ich auch, dass ich nicht Letzter werde. Ich habe gespürt, dass alle Töne saßen", meinte der Sieger nach dem Wettkampf, dem sich insgesamt zehn Hirschrufer aus Mecklenburg und Brandenburg gestellt hatten.

Allen voran Titelverteidiger Albrecht Wolter aus Wredenhagen. Der machte klar, dass nur jede Menge Training zu Hause zum Sieg verhelfen kann. "Hirschrufen ist eine Kunst, die muss man üben, sonst wird das nichts", erklärte der Wredenhagener und meinte damit nicht nur den Auftritt auf der Hirschrufer-Bühne. Denn was in der Bollewicker Scheune als Gaudi vor vollbesetzten Zuschauerreihen stattfand, wird im Wald von den Jägern tatsächlich praktiziert. Um einen Hirsch anzulocken, stoßen Waidmänner zur Jagdsaison in ihre Hirschrufer.