Das Geschäft boomt wieder:

Warens Propeller-Gießerei auf Weltmarkt-Kurs

Die Frachtschiffe werden immer größer, sollen aber trotzdem sparsamer fahren. Die größte deutsche Gießerei für Schiffsschrauben hat sich dafür spezielle Modernisierungen überlegt. Das Geschäft zieht wieder an.

Schiffsschrauben wie diese werden im Warener Metallgusswerk MMG hergestellt.
Vera Odilia Nick Schiffsschrauben wie diese werden im Warener Metallgusswerk MMG hergestellt.

Schiffsmodernisierungen und der schwächelnde Euro kurbeln das Geschäft beim Hersteller der weltweit größten Schiffsschrauben - der Mecklenburger Metallguss GmbH (Waren) - kräftig an. "Wir werden 2015 wieder das Niveau vor der Krise 2008 erreichen", sagte Geschäftsführer Manfred Urban in Waren der Deutschen Presse-Agentur. Der MMG-Umsatz habe 2014 bei knapp 85 Millionen Euro gelegen und werde 2015 auf rund 100 Millionen Euro steigen. Dazu gehöre eine Serie neuer Riesenpropeller mit einem Durchmesser von 10,40 Meter. Die 120 Tonnen schweren Schiffsschrauben sollen die künftig mit 19 400 Stellplätzen größten Containerschiffe  antreiben.

Belegschaft wurde aufgestockt

Die Gießerei liefert 90 Prozent ihrer Propeller nach Asien. Der erste Riesen-Propeller der Serie soll im Juni via Hamburg nach Asien verschifft werden. Die Warener Gießerei, die ihre Belegschaft von 220 auf 250 Leute aufgestockt hat, gilt als Aushängeschild der Essener Deutschen Gießerei- und Industrieholding AG (DIHAG), zu der elf Gießereien in Deutschland, Polen und Ungarn gehören. "Der Schiffsneubau zieht wieder an und macht derzeit rund die Hälfte unserer Produktion aus", erläuterte Urban. Die andere Hälfte entfällt auf "Retro-Fit-Programme", also die Umrüstung bestehender Antriebe auf mehr Effizienz und treibstoffsparende Fahrweisen.

Schiffe wurden früher fast immer auf die maximale Leistung ausgelegt, weil sie warten konnten, dass sie voll beladen losfuhren. "Im zunehmenden globalen Warenverkehr können sich Reeder das nicht mehr leisten und müssen wegen eng gesteckter Termine auch mit zwei Dritteln der Fracht fahren", erläuterte der Geschäftsführer. Gleichzeitig gibt es Umweltauflagen der Internationalen Schifffahrtsorganisation IMO (International Maritime Organization), einer Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Danach muss auch die Schifffahrtsbranche den Kohlendioxid- und Stickoxidausstoß senken.

Gute Aussichten für die Zukunft

Darauf habe man sich mit "Retro-Fit" vorbereitet. Mit einem ganzen Paket an Maßnahmen sei der Wirkungsgrad der Antriebe von 55 Prozent auf 70 Prozent gesteigert worden. Pro Fahrt von China bis Hamburg kann ein Reeder so bis zu 50.000 Euro sparen. Neben Containerriesen statten die Mecklenburger auch Flüssiggas- und Öltanker, aber auch U-Boote und Kreuzfahrtriesen - darunter auch mit der Werft in Papenburg (Niedersachsen) mit Propellern aus. Wurden 2014 in Waren 127 Schiffsschrauben gegossen, so sollen es 2015 rund 150 Propeller sein. Der Auftragseingang sehe auch für 2016 schon gut aus, kann Urban erfreut feststellen.

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