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Joggerin in Waren überfallen

Bisher gibt es wenige Fakten: Fest steht, dass am späten Donnerstagabend vergangener Woche eine Joggerin am Uferweg des Tiefwarensees überfallen worden ist. Warum aber informiert die Polizei erst vier Tage später über das nächtliche Geschehen? Warum gibt erst jetzt einen Zeugenaufruf?

Idyllisch, aber auch tückisch: So schön sich der Uferweg auch am Tiefwarensee entlang schlängelt, so schwer einsehbar kann er bei voller Sommervegetation sein.
Andreas Becker Idyllisch, aber auch tückisch: So schön sich der Uferweg auch am Tiefwarensee entlang schlängelt, so schwer einsehbar kann er bei voller Sommervegetation sein.

„Mit großer Wahrscheinlichkeit“ ist die 29-jährige Joggerin aus Waren Opfer einer Straftat geworden, sagt Karen Lütge, Pressesprecherin bei der Polizeiinspektion Neubrandenburg, auf Nordkurier-Nachfrage. Die junge Frau war gegen 21 Uhr zwischen Mühlenberg und Amsee auf dem Uferweg joggen. „Erst in den frühen Morgenstunden des Freitags, gegen ein Uhr, kehrte sie von ihrer Joggingrunde verletzt nach Hause zurück“, teilt Lütge mit. Was ist in diesen vier Stunden passiert? „Die Angaben des Opfers sind noch unvollständig, allerdings können wir ein Sexualstrafdelikt zum jetzigen Zeitpunkt ausschließen“, ergänzt die Pressesprecherin.

Die Frau musste sich aufgrund ihrer bei dem Überfall zugezogenen Verletzungen in stationäre Behandlung ins Krankenhaus begeben. Dort wurde sie bis Sonnabend ärztlich betreut, anschließend durfte sie wieder nach Hause. „Wir wollen einfach noch Licht ins Dunkel bringen – deshalb starten wir einen Zeugenaufruf“, heißt es von Lütge. Die Ermittler der Warener Kriminalpolizei fragen im Zusammenhang mit dem Überfall: „Wer hat in der Zeit von Donnerstag, 21 Uhr, bis Freitag, ein Uhr, die junge Frau am Uferweg des Tiefwarensees gesehen? Die Joggerin war mit einer hellen Softshelljacke und einer schwarzen Hose bekleidet. Wer hat den oder die Täter bei der Tat beobachten können oder kann andere sachdienliche Hinweise geben?“

Beliebter Uferweg kann gefährlich werden

Ein Zeugenaufruf – vier Tage nach der Tat? Warum diese Verzögerung? Karen Lütge: „Die Bearbeitung lag erst in einer anderen Dienststelle, jetzt setzen wir auch auf die Mithilfe der Bevölkerung. Die Umstände rund um das Tatgeschehen sind einfach noch ungeklärt.“ Die Hoffnung der Kriminalpolizei zielt auch auf die Beliebtheit des Uferweges bei Joggern und Spaziergängern ab. Die Laufstrecke zwischen Mühlenberg und Amsee schlängelt sich idyllisch direkt am Ufer entlang, ist mit einem relativ festen Untergrund versehen und zum Großteil eben. Die Idylle kann aber auch – wie eventuell im vorliegenden Fall – ihre Tücken haben. So landschaftlich schön der Uferweg auch am Tiefwarensee liegt, so ist er doch an vielen Stellen nicht gerade gut einsehbar. Gerade im Sommer, bei voller Vegetation, ist die Strecke links und rechts dicht bewachsen.

Wer zum fraglichen Zeitraum Hinweise geben kann, sollte sich umgehend mit der Polizeidienststelle in Waren unter der Telefonnummer 03991/1760 in Verbindung setzen.