Bilanzen für den Bürger anschaulicher gemacht:

Was kostet Waren? Eine Zahl mit neun Ziffern

Geschafft. Nach langen Monaten der Zählerei haben die Finanzgewaltigen im Warener Rathaus endlich errechnet, was die Stadt eigentlich wert ist. Obwohl ja niemand die Stadt kaufen will, sind die Zahlen trotzdem von großem Interesse.

Zu den städtischen, noch unbebauten Grundstücken in Waren, zählt auch der unbefestigte Parkplatz Am Amtsbrink. Dort will die Warener Wohnungsgenossenschaft 60 neue Wohnungen errichten.
WWG Zu den städtischen, noch unbebauten Grundstücken in Waren, zählt auch der unbefestigte Parkplatz Am Amtsbrink. Dort will die Warener Wohnungsgenossenschaft 60 neue Wohnungen errichten.

Jetzt ist heraus, was jemand theoretisch auf den Tisch legen müsste, um eine Stadt wie Waren zu kaufen. In der sogenannten Eröffnungsbilanz haben in monatelanger Fleißarbeit die Rathaus-Mitarbeiter alles zusammengezählt, was sich in städtischem Besitz befindet. Jeder Baum, jedes kommunale Grundstück, jeder Meter Fußweg oder Straße, alle Gebäude, die der Stadt gehören, waren zu bewerten und zu addieren. Notwendig gemacht hat die elendig lange Rechnerei das neue Finanzsystem, nach dem die Kommunen Mecklenburg-Vorpommerns bereits seit einem Jahr arbeiten. Mit der doppelten Buchführung (Doppik), sollen, ähnlich wie in der Privatwirtschaft, Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnungen auch der öffentlichen Kassen besser darstellbar sein. Und wie jedes Unternehmen seinen Besitz beziffern muss, haben dies jetzt auch die Kommunen zu tun.

Wer, theoretisch, die Stadt Waren mit ihrem kommunalen Eigentum erwerben wollte, müsste 122 Millionen Euro an das Rathaus überweisen. Das ist der Wert allen städtischen Eigentums. „Vorbehaltlich“, schränkt Bürgermeister Norbert Möller (SPD) ein, „unsere Rechnung hält der Prüfung durch den Landkreis stand.“ Größter Besitzposten, keine Überraschung, ist das Infrastrukturvermögen. „Dafür stehen 59 Millionen Euro zu Buche“, so der Bürgermeister. Dazu zählen unter anderem Straßen, Fußwege und alles, was darauf stehe.

Zweitgrößter Posten: Die bebauten Grundstücke, die in städtischem Besitz sind. Rund 25 Millionen Euro sollen die wert sein, heißt es aus der Stadtverwaltung.

Dicht darauf folgt etwas, was sich durchaus noch zu „richtigem“ Geld machen lässt: Die unbebauten Grundstücke, die laut Grundbuch der Stadt gehören. Immerhin 23,6 Millionen Euro seien die „schwer“, heißt es. Und selbst der Forstbesitz der Kommune wird noch auf 6,5 Millionen Euro beziffert.

 

 

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