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Was passiert mit Mitarbeitern des Lebenshilfswerkes?

Das Lebenshilfswerk in Waren schlägt Alarm: Das kreisliche Sozialamt Waren soll womöglich nach Neubrandenburg umziehen. Für die behinderten Mitarbeiter hätte das fatale Folgen.

Das Lebenshilfswerk Waren hat rund 300 Mitarbeiter. Eine von ihnen ist Jessika Scheffert, die in der Wäscherei tätig ist.
Petra Konermann Das Lebenshilfswerk Waren hat rund 300 Mitarbeiter. Eine von ihnen ist Jessika Scheffert, die in der Wäscherei tätig ist.

Die Gerüchte-Küche brodelt heftig, in der Kreisverwaltung wiegelt man zunächst ab. Das Sozialamt des Kreises, bis dato in Waren als Regionalstelle ansässig, soll möglicherweise umziehen - nach Neubrandenburg. „Wenn das so kommt, dann ist das für unsere Mitarbeiter ein absolut unhaltbarer Zustand“, wettert Dieter Schröder, Geschäftsführer des Lebenshilfswerkes in Waren.

Beim Kreis will zunächst niemand von dem Umzug wissen: „Es ist derzeit kein Umzug des Sozialamtes geplant“, erklärt Kreissprecherin Haidrun Pergande auf mehrmalige Nachfrage. Doch mittlerweile haben die Mitarbeiter des Sozialamtes in Waren offenbar mitgeteilt bekommen, dass sie ab Februar 2015 in Neubrandenburg tätig sein werden. „Das ist eine Information, die wir aus einer verlässlichen Quelle haben. Aber öffentlich wird immer noch so getan, als würde alles beim Alten blieben“, kritisiert der Chef des Lebenshilfswerkes. Und der Kreis gibt dann doch noch zu: Das Warener Sozialamt zieht um. Das Bürgerservicezentrum soll die Aufgaben des Sozialamtes teilweise mitübernehmen und für „Bürgernähe sorgen“.

Das Lebenshilfswerk hat rund 300 behinderte Mitarbeiter. Die meisten von ihnen haben häufig mit dem Sozialamt zu tun. Viele könnten nicht selbst Autofahren, sich allein in einer fremden Stadt zurechtzufinden, sei für viele kaum möglich, dafür bräuchten sie Unterstützung. "Viele von uns können nicht lesen", macht Ulrike Büchler, Vorsitzende des Werkstättenrates beim Lebenshilfswerk, deutlich.

"Es geht dabei nicht nur um uns. Jeder Aufstocker, Ältere, Bewohner von Pflegeheimen, sie alle haben mit dem Sozialamt zu tun und müssten weite Wege in Kauf nehmen", erklärt Dieter Schröder. Von den Versprechungen, die bei der Kreisgebietsreform einst gemacht wurden, sei kaum etwas übriggeblieben.