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Waschbären sorgen weiterhin für Unmut

VonThomas BeigangDie Kleinräuber zu töten,ist nach Experten-Ansicht sinnlos. Wer allerdingseinen ganzen „Clan“ ertragen muss, darf auf Unterstützung ...

VonThomas Beigang

Die Kleinräuber zu töten,
ist nach Experten-Ansicht sinnlos. Wer allerdings
einen ganzen „Clan“ ertragen muss, darf auf Unterstützung hoffen.

Federow.Der Chef des Müritz-Nationalparkamtes, Ulrich Meßner, kann gut als Augenzeuge herhalten. Der in Speck lebende Fachmann hat an seinem Komposthaufen im Garten eine Fotofalle installiert. „Viele Waschbären sind da bereits hineingetappt“, wundert sich selbst Meßner über die große Zahl.
Albrecht von Kessel, Vorsitzende des Fördervereins Müritz-Nationalpark, nimmt ebenfalls kein Blatt vor den Mund: „Haus- und Hofbesitzer müssen sich auf noch mehr Schäden durch Waschbären einstellen. Das wird extrem zunehmen.“ Leicht könnten die Schäden Tausende Euro Reparaturkosten nach sich ziehen.
Meßner und von Kessel wollen indes die aufgeheizte Stimmung versachlichen. Gezielte Jagden und massenhafte Tötung würden die Population nicht verringern. „Die Tiere reagieren darauf mit mehr Nachwuchs“, so von Kessel. Jahrelange Erfahrungen in Kassel, der von Waschbären am meisten heimgesuchten Stadt Deutschlands, hätten das nachgewiesen. Die Fachleute aus dem Nationalpark setzen dagegen auf Prävention. Ein Faltblatt gibt Tipps, wie man sich vor den ungebetenen Gästen schützen kann. Darüber hinaus könne man sich auch auf der Internetseite www.projekt-waschbaer.de informieren.
Indes sind sich Meßner und von Kessel darüber im Klaren, dass es mancherorts für Vorbeugung zu spät ist. Wo sich ein ganzer Clan von Waschbären häuslich niedergelassen hat, müsse eine Brachiallösung her. „Fangen und töten“, so der Nationalpark-Chef. Allerdings, selbst Hand anzulegen ist verboten. „Obwohl wir wissen, dass viele Betroffene das tun“, so Meßner. Dafür seien jedoch Jäger da, die mit einer Lebendfalle Waschbären einfangen. „Wo der Nationalpark das Jagdausübungsrecht besitzt, ist das recht einfach. Man kann uns anrufen und wir kommen“, verspricht Meßner. Ungeklärt sei dies noch in Gemeinden außerhalb des Schutzgebietes. „Das soll aber im Sinne der Haus- und Gartenbesitzer schnell geregelt werden“, verspricht Meßner.

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