Abweichende Pläne vorgestellt:

Wasserweg beim Hafenbau ist Baufirma zu wässrig

Zwei Tage vor dem ersten Spatenstich für den Umbau des Stadthafens in Waren haben Neugierige bei einer Einwohnerversammlung doch noch einiges Neues erfahren. Und was sie hörten, brachte Bürger und Stadtpolitiker ziemlich in Rage.

Maritimes Zentrum mit besonderem Flair: So soll die südliche Seite des Hafens in Waren nach der geplanten Fertigstellung aussehen.
Thomas Beigang Maritimes Zentrum mit besonderem Flair: So soll die südliche Seite des Hafens in Waren nach der geplanten Fertigstellung aussehen.

Während einer Informationsrunde für neugierige Warener, die alles über den bevorstehenden Hafenumbau in ihrer Stadt wissen wollten, haben einige Neuigkeiten bei den Zuhörern die Gemüter aufgeheizt. Spätestens als der für die Planung des acht Millionen teuren Projekts verantwortliche Wolfgang Horn vom Neubrandenburger Planungsbüro „plan4“ ihnen die möglichen Straßen-Transportwege für die 20 Meter langen Pfähle und Masten erklären wollte. Die, wegen der überlangen Ladung, nicht unkompliziert seien.

Das hören die Leute zum ersten Mal. Hieß es doch bislang, für den Transport der langen „Latten“ sei der Seeweg geradezu ideal: An der Petersdorfer Brücke könne der Umschlagplatz eingerichtet werden und dann gehe es übers Wasser bis zum Hafen. Aber Oberplaner Horn muss korrigieren. Vorgeschrieben sei das nie gewesen, immer nur eine Option und die Entscheidung darüber liege bei dem Baubetrieb.

Der Landweg ist sicherer

Der heißt Colcrete von Essen GmbH aus Ueckermünde, und hat gemeinsam mit der Baufirma Groth die Ausschreibung gewonnen. Ulrich Lange, Oberbauleiter, muss sich wehren. „Das war eine wirtschaftliche Entscheidung.“ Wenn wegen zugefrorener Müritz – und einen deshalb verhängten Fahrverbot – das Material nicht rechtzeitig über das Wasser an die Baustelle gelange, würden sie in Turbulenzen kommen.

Das sehen die Hafen-Nachbarn anders, die sich Sorgen machen um die heilen Straßen. Bauamtsleiter Gunter Lüdde muss beschwichtigen. Noch sei das letzte Wort nicht gesprochen. In eine Reihe mit den verwunderten Zuhörern gesellen  sich Stadtpräsident René Drühl und Stadtvertreter Rainer Espig. Drühl bleibt noch ruhig und sagt nur, von den Bautransporten höre auch er zum ersten Mal. Espig hingegen ist zornig. Vom Transport auf der Straße sei in den unzähligen Beratungen in der Stadtvertretung nie die Rede gewesen.

Die Häuser müssen zum Fototermin

Über mögliche Schäden wird noch weiter debattiert. Möglich doch, heißt es aus den Reihen der Zuhörer, dass während der intensiven und sehr langen Rammarbeiten auch die benachbarten Häuser Schaden nehmen. Zwar unwahrscheinlich, so die Männer der Baufirmen, aber sicherheitshalber seien gerade Fachleute unterwegs, die alle in Betracht kommenden Gebäude in Hafennähe fotografieren – um einen Vergleich in „vorher“ und „nachher“ dokumentieren zu können.

Richtig losgehen soll es ab dem 3. November. Der offizieller Startschuss hingegen erfolgt schon am Donnerstag. Um 15 Uhr nehmen die Offiziellen mit Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) den Spaten in die Hand. Warens Bürgermeister Norbert Möller (SPD) gesteht „seinen“ Einwohnern ein, „aufgeregt“ zu sein. Denn schließlich handele es sich um das größte Bauvorhaben in Waren seit der Wende. Am 15. Oktober 2016 geht es ihm hoffentlich schon besser. Dann nämlich soll alles fix und fertig sein.

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