Kleinster Adventsmarkt in der Müritzregion:

Weihnachtsmarkt in Leinwand-Villa

Gewaltig kann jeder. Aber die Leute in Puchow haben sich getraut, den kleinsten Adventsmarkt in der ganzen Region aufzubauen.

Hat den kleinsten Weihnachtsmarkt in der Region mit ihren Mitstreitern organisiert. Heldgried Wehden aus Puchow. Der Markt hat in einem Zelt Platz.
Hat den kleinsten Weihnachtsmarkt in der Region mit ihren Mitstreitern organisiert. Heldgried Wehden aus Puchow. Der Markt hat in einem Zelt Platz.

 Hereinspaziert! Mitten im Dorf steht ein Zelt, zehn mal zehn Meter groß, und lädt ein zum Weihnachtsmarkt in Puchow. Unter dem Dach sind die Temperaturen erträglich. Daran ist nicht nur der kleine Raum „schuld“, sondern auch die vielen Leute. Willkommen auf dem kleinsten Weihnachtsmarkt in der Region in Puchow, dem winzigen Dorf nördlich von Penzlin. Zum ersten Mal in der langen Historie des Ortes geht hier ein eigener Adventsmarkt über die Bühne. Aber auch, wenn der Rahmen nur ein sehr kleiner ist – die Vorbereitungen haben viel Zeit und Kraft gekostet.

Im Zelt heißt Helgried Wehden, die Vorsitzende des den Markt organisierenden Puchower Kulturvereins, die Gäste willkommen. Standesgemäß trägt die Chefin eines Pflegeheimes in Waren eine Weihnachtsmann-Mütze und schaukelt ihren im Kinderwagen schlafenden Enkel. In Puchow muss eben jeder alles können und manches sogar parallel. „Wir haben zum ersten Mal so einen Markt ins Leben gerufen“, erzählt die rührige Frau. So recht habe man nicht gewusst, was die Leute davon halten und ob überhaupt einige hier erscheinen – am Sonnabend-Nachmittag und nach anstrengender Arbeitswoche.

Aber die Vorsicht war übertrieben. Schon wenige Minuten nach dem Startschuss drängeln sich Leute im kleinen Zelt und bestaunen, was dort aufgebaut steht. Mitbürger aus Puchow verkaufen Trödel, daneben können die Kleinen basteln und malen und auf die Frauen warten kunstvoll arrangierte Adventsbestecke. Helgried Wehden hat Keramiksachen vom Christlichen Jugenddorfwerk (CJD) herangeschafft. „Aber wichtig ist doch auch, dass die Leute aus ihren Häusern heraus kommen und sich treffen“, wünscht sich die Chefin vom Kulturverein noch mehr als hohe Erlöse aus den Verkäufen.

Schon bald wird Bratwurst verlangt

Denn eigentlich sind die Puchower dafür bekannt, miteinander feiern zu können. Seit mehr als zehn Jahren führt das traditionelle Wiesenfest in Puchow als allererste aller „Open-air-Feten“ der Region schon Ende Mai oder Anfang Juni die Leute zueinander. „Mit dieser Erfahrung haben wir uns auch an den Weihnachtsmarkt gewagt“, erzählt Helgried Wehden, die früher sogar die Geschicke des Dorfes geleitet hat, als das kleine Puchow noch selbstständige Gemeinde war.

Im Zelt öffnet sich jetzt die erste Flasche Bier, weitere folgen schnell. Und schon werden Rufe nach Bratwurst laut. Joachim Wehden lässt seine bessere Hälfte im Zelt stehen und eilt nach draußen. Mit so schneller Nachfrage hat er nicht gerechnet, der Grill steht noch eiskalt da. Schnell Holzkohle aufschütten und den flüssigen Grillanzünder, dann steht bald alles in hellen Flammen. Jetzt ist Geduld nötig, erst muss alles schön runterbrennen. Dann eben noch ein zweites Bier vor der ersten Bratwurst.

 

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