Röbeler MüritzTherme ohne Ermäßigungen:

Wenn der Badespaß zum Luxus wird

Jede Welle Spaß möchten auch die Leute haben, die mit wenig Geld auskommen müssen. Ein Bad in der MüritzTherme in Röbel ist zu teuer, wie Geringverdiener monieren. Und mit Ermäigungen sieht es auf den ersten Blick mau für sie aus. Dafür soll es einen „guten“ Rat ganz umsonst gegeben haben.

Wer nicht genug Kohle hat, um sich "jede Welle Spaß" zu gönnen, der muss draußen bleiben. In der MüritzTherme Röbel gibt es statt Ermäßigungen für Rentner, Studenten oder gar sozial Schwache eine 100-Euro-Rabatt-Karte.
Enders Wer nicht genug Kohle hat, um sich "jede Welle Spaß" zu gönnen, der muss draußen bleiben. In der MüritzTherme Röbel gibt es statt Ermäßigungen für Rentner, Studenten oder gar sozial Schwache eine 100-Euro-Rabatt-Karte.

„Pack die Badehose ein, nimm ’nen großen Euroschein...“, so würden einige Leute vielleicht gern den altbekannten Schlager umdichten – und das „kleine Schwesterlein“ ohnehin zu Hause lassen. Weil sie sich so manches Freizeitvergnügen einfach nicht leisten können, wie Leser aus der Müritzregion gegenüber dem Nordkurier berichteten.

In der Röbeler MüritzTherme gar soll mal jemand einem Hartz-IV-Empfänger geraten haben, dass er doch in der Müritz baden könnte, wenn er nicht genug Geld fürs Spaßbad hat. Das kann sich Therme-Chef Marco Lüders mit Blick auf seine Crew beim besten Willen nicht vorstellen. Das sei nicht die Art des Hauses.

Allerdings räumt er ein, „dass es bei uns keine Ermäßigungen für Rentner, Studenten oder Geringverdiener gibt“. Gerade Letzteres kenne er auch aus anderen Häusern nicht. Doch ohne Chance auf vergünstigtes Baden seien auch die genannten Gruppen nicht. Denn es gibt eine Rabattkarte, die „Geldwertkarte“. Diese kostet einmalig 100 Euro, bietet dann aber einen Rabatt von 25 Prozent pro Badespaß. Wer also als Erwachsener beispielsweise zwei Stunden baden möchte, müsste regulär 9 Euro löhnen. Zückt er aber die Rabattkarte, dann braucht er nur 6,75 Euro zu zahlen. „Das rechnet sich dann auch“, meint Marco Lüders. Allerdings nur, wenn man mindestens 45 Mal im Jahr in die Thermefluten springt, sprich beinahe wöchentlich. Auch für 50 Euro ist die Rabattkarte schon zu haben, beinhaltet dann aber auch nur 15 Prozent Rabatt und rechnet sich ab der 37 Nutzung.

Urlauber bleiben länger

Als Geschäftsführer der fun-GmbH, die die Therme von der Stadt Röbel gepachtet hat, weiß Lüders, wovon er spricht. Schließlich muss sich das, was er Familien und anderen Bade- und Saunafreunden anbietet, unterm Strich auch effektiv präsentieren. Da braucht es die einheimischen Gäste ebenso wie die Urlauber. Marco Lüders: „Der Hauptteil in der Saison kommt von den Urlaubern, vor allem in den Ferien natürlich. Aber wir leben genauso von den Menschen der Region.“

Es seien nicht nur Röbeler, die das Spaßbad besuchten, sondern Leute aus einem Umkreis von etwa 30 Kilometern – wie Rechlin, Mirow und nach dem Aus für das Hotel mit Schwimmbad in Klink auch Leute aus der Warener Gegend. Unterschiede gebe es allerdings zwischen Urlaubern und Einheimischen: „Die Urlauber bleiben meistens länger bei uns, nutzen dabei beispielsweise auch Gastronomie und Sauna, während sich die Einheimischen vielfach aufs Baden beschränken“, so Lüders.

Keine neuen Ermäßigungen

Doch das allein würde die Therme, die seit 2003 in Lüders‘ Regie ist, nicht über Wasser halten. Aus dem Röbeler Haushalt fließen nach Nordkurier-Informationen in diesem Jahr rund 380 000 Euro in die Therme-Kasse. In der Summe steckt allerdings eine jährliche Hilfe vom Landkreis von maximal 125 000 Euro. Klingt nach einem erklecklichen Sümmchen. Doch im Gegenzug zahlt die Therme rund 130 000 Euro Pacht an die Stadt. Bleibt eine Zuwendung der Kommune von 125 000 Euro pro Jahr. Steigende Energiekosten und immer mal die eine oder andere Reparatur gehören unter anderem zu dem, was die Therme-Spitze im Alltag kalkulieren muss und dennoch gut über die Runden kommen möchte.

Apropos kalkulieren: Marco Lüders sieht zwar nach seinen Erfahrungen in der Spaßbad-Branche und unter wirtschaftlichen Aspekten keinen akuten Anlass, über neue Formen der Ermäßigung für bestimmte Personengruppen nachzudenken, will das Thema aber durchaus in die Runde seiner Mitarbeiter werfen.

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