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Wer bekommt den Hut auf?

Die zuständige Arbeitsgruppe hätte gern einen privaten Betreiber für Kultur- und Disko-Veranstaltungen. Doch bei einigen stößt das auf Ablehnung. Sie sorgen sich, dass hinter den Kulissen gemauschelt wird.

Eine Entscheidung zum Jugendzentrum soll Anfang Oktober fallen. Ob es dabei bleibt, ist offen. Auf der Einladung zur entsprechenden Sitzung der Stadtvertreter fehlt der Punkt – vorerst. Denn in Waren hat sich wichtiger Besuch angekündigt. Jost Reinhold, der den Bau des Zentrums mit rund 2,5 Millionen Euro finanzieren will, trifft sich am Dienstag mit dem Präsidium und den Fraktionsvorsitzenden der Stadtvertretung. „Wir warten das Treffen ab. Wenn es nach dem Gespräch keine wesentlichen Veränderungen gibt, reichen wir den Tagesordnungspunkt sofort nach“, so Stadtvertreterpräsident Norbert Möller (SPD). Reinhold hatte angekündigt, noch einmal über die Finanzierung des Zentrums sprechen zu wollen und nach neuen Lösungen für den Betrieb zu suchen.

Am Mittwoch wurden unterdessen die konkurrierenden Entwürfe präsentiert. In der Mensa Waren-West flammte im Anschluss an die Diskussion eine hitzige Debatte auf. Einmal mehr ging es um den laufenden Betrieb. Dabei wurde kritisiert, dass nach dem Willen einiger Stadtvertreter auch ein privater Investor mitmischen soll (der Nordkurier berichtete). René Drühl (CDU), Vorsitzender der städtischen Arbeitsgruppe „Jugendzentrum“, verteidigte diese Position mehrfach. Die Befragung hunderter Jugendlicher habe ergeben, dass sich die große Mehrheit eine Disko wünscht. „Aber das kann nun mal nicht Aufgabe der Stadt sein“, so Drühl.

Irritationen gab es auch um die Präsentation des Konzeptes „Joo!“, eines der Architekten. Das hatte der Landkreis in Auftrag gegeben. Mehrfach hatte Architekt Christian Klein erklärt, es gebe bereits einen Interessenten, der dieses Zentrum betreiben wolle. Der führe bereits mehrere Diskotheken in der Region. Das rief Bürgermeister Günter Rhein (SPD) auf den Plan. Es dürfe in keinem Fall der Eindruck entstehen, dass in dieser Sache „Mauscheleien“ stattfinden, so Rhein.

An der Veranstaltungen nahmen nur wenige Jugendliche teil. Gerade die sollten allerdings gehört werden, forderte Sozialarbeiterin Christine Grap. Stadt und Kreis müssten mit den Entwürfen an die Schulen gehen, um herauszufinden, ob sie den Wünschen der künftigen Nutzer entsprechen.