Schweinkram am Automaten:

Wer hat den Schädel da hingelegt?

Warum selbst Nichtraucher wie magisch angezogen an einen Rechliner Zigaretten-Automaten pilgern, das hat einen ganz einfachen Grund: Jeder will das ominöse Gebiss sehen...

Nicht schön, aber selten: Der Schädel, dessen Halbwertzeit augenscheinlich schon überschritten ist, liegt noch da – er mutiert zunehmend zum Zuschauer-Magneten.
Elke Enders Nicht schön, aber selten: Der Schädel, dessen Halbwertzeit augenscheinlich schon überschritten ist, liegt noch da – er mutiert zunehmend zum Zuschauer-Magneten.

Manchmal sind es die kleinen Dinge im Leben, die doch sehr für Erheiterung sorgen. So ein Schädel jedenfalls, den irgendjemand auf einem Rechliner Zigarettenautomaten geparkt hat, kann doch allerlei Aufsehen erregen. Dabei erweist sich das gute Stück zunehmend als Pilgerstätte. Immer wieder werden Passanten dabei beobachtet, dass sie das Gerät gezielt ansteuern und dann das Handy zücken, um das gewöhnungsbedürftige Knochengerüst erst mal abzulichten. In Kombination mit dem Glimmstängel-Spender ist es ja auch wirklich eine geistreiche Kombination!

„Erst vorhin stand wieder ein Pärchen da und hat das Teil fotografiert“, berichtete Imbiss-Inhaberin Ursula Holz. Sie kann nur schmunzeln, wenn sie auf das gewisse Etwas angesprochen wird. Auch ihr ist nichts zu Ohren gekommen, wer sich den Scherz erlaubt hat – obwohl die Angelegenheit inzwischen Ortsgespräch ist. Allerdings wurde sie Zeuge eines vielsagenden Dialogs. Sie hörte nämlich, wie die junge Frau ihrem Begleiter ins Gewissen redete: „Guck Dir das gut an! So siehst Du auch bald aus, wenn Du weiter rauchst...“. Na bitte, vielleicht hat der Absender dieses gewöhnungsbedürftigen Scherzes damit ja sein Ziel erreicht. Vielleicht hat er sich aber auch gar keine Gedanken gemacht und suchte nur eine Gelegenheit, das wenig appetitliche Stück, das irgendwie in seinem Lebensumfeld landete, wieder los zu werden? Fragen über Fragen. Derweil lag der junge Mann, der auf einen Wildschweinekopf tippte, gar nicht so schlecht. Volker Koch vom Kreisjagdverband Müritz konnte nämlich aufklären, um welche Sorte Kopf es sich handelt. „Es ist ein junges Wildschwein“, erläuterte der Jagdexperte anhand des Fotos.

Eine Warnung für Raucher?

Erkannt hat er es daran, dass die Schneidezähne rechts nach vorne geneigt stehen.  Auch sei das Gewaff (im normalen Sprachgebrauch Eckzähne oder Hauer genannt) noch nicht voll ausgeprägt. Ein Gewaff besteht nämlich aus den Gewehren (untere Eckzähne) und den Haderern (obere Eckzähne). Und die seien bei einem sehr jungen Stück eben nur angedeutet. Wissenswert ist in diesem Zusammenhang auch, dass das Gewaff bei einem stattlichen Wildschwein im Unterkiefer bis zirka 30 Zentimeter lang auswachsen kann – im Oberkiefer etwa halb so lang. Gefährlich, gefährlich!

Und hätten Sie‘s gewusst, dass ein Keiler mit einem ausgeprägten Gewaff bei einem Angriff auf den Menschen für diesen sogar lebensgefährlich werden kann, wie Volker Koch aufzeigt?

Und da schließt sich wieder der Kreis zum Zigarettenautomaten. Denn auch Rauchen ist ja bekanntlich ungesund, was auf jeder Packung nachzulesen steht. Wer also den Keilerkopf hingelegt hat und aus welchem Grund, das wird wohl immer im Verborgenen bleiben. Die Botschaft allerdings, die man in die außergewöhnliche Tat hineindichten kann, ist eindeutig: Rauchen gefährdet die Gesundheit! Wer‘s nicht glaubt, kann nach Rechlin kommen. Böse Zungen behaupten gar: Hier soll es rauchende Wildschweine geben...

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