Schriftstellern in der Region:

Western für Frauen: Dramen statt wilder Schießerei

Eine mehr als 50 Jahre alte US-TV-Serie wird in der Malchower Bücherei weitererzählt.

Wild West an der Müritz: Gabriele Trosbach aus Suckow bei Zieslow alias Jessica G. James schreibt Westernromane.
thb Wild West an der Müritz: Gabriele Trosbach aus Suckow bei Zieslow alias Jessica G. James schreibt Westernromane.

Untreue statt Pulverdampf und der Verdacht auf Alkoholmissbrauch, wo sich sonst unrasierte Kerle den Whisky hinter die Binde kippen. Die 64-jährige Gabriele Trosbach aus Zieslow schreibt Western der anderen Art. „Weniger Rumgeballer, mehr Familiensaga“, beschreibt die Dame, die standesgemäß mit Cowboy-Hut und Lederrock in der Malchower Bibliothek aus ihren Büchern liest. Die haben berühmte Vorbilder: Zwischen 1959 und 1964 lief in den USA die Fernsehserie „Laramie“, die als erste Westernserie auch in (west)deutsche Wohnzimmer unter dem Titel „Am Fuß der blauen Berge“ flimmerte. „Als kleines Mädchen haben mich die Filme fasziniert und ich habe mir schon mit elf Jahren dazu Geschichten ausgedacht.“

Aber erst knapp 50 Jahre später hat Gabriele Trosbach ernst gemacht. „Ich erzähle die Handlung weiter, aber zehn Jahre später.“ Auf die Sherman-Ranch der beiden einsamen Brüder, die sich früher den Tag mit dem Kampf gegen Bösewichter vertrieben, ist die holde Weiblichkeit in Form der Zwillingsschwestern Susan und Diana eingezogen. Und damit eine Menge anderer Probleme, die aber, im Gegensatz zu früher, nicht mit Pulver und Dampf gelöst werden können.

Gabriele Trosbach, die unter dem Namen Jessica G. James die Seiten füllt, schreibt entmilitarisierte Western. „Der vierte Band ist gerade gedruckt“, sagt sie stolz. Die Teile fünf und sechs sind beendet, gerade sitzt sie an der siebenten (!) Fortsetzung. Bei der ehemaligen Hochschulsekretärin aus Bochum soll es nicht darum gehen, wer am schnellsten schießt, Probleme werden gelöst, wie Frauen sie lösen: Mit langen Gesprächen. Egal, ob einer der rauen Kerle der Fremdgeherei verdächtigt wird oder, siehe Anfang, vielleicht sogar säuft.

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Kommentare (1)

Zunächst einmal herzlichen Dank für den tollen Artikel, über den ich mich sehr gefreut habe. Natürlich habe ich für den Leserkreis, den ich im Rahmen der Bibliothek erwartet habe, bewusst recht "harmlose" Sequenzen ausgesucht - selbstverständlich kommen aber auf den insgesamt ca. 250 Seiten des Buches auch die typischen Westernelemente nicht zu kurz ;-) - sie stehen nur nicht - im Gegensatz zu den "Heftchen-Romanen" - im Vordergrund der Handlung,