Nach dem Unfall bei der Firma Müritz-Zink:

Wieder scharfer Start im Kampf gegen den Rost

Genau fünf Wochen nach der gewaltigen Explosion in dem Warener Unternehmen Müritz-Zink sind die Schäden beseitigt. Jetzt läuft die Produktion wieder an.

Alles gut gegangen: René Schmidt hebt das frisch verzinkte Gitter aus dem heißen Verzinkungsofen. Die Produktion kann wieder rollen.
Thomas Beigang Alles gut gegangen: René Schmidt hebt das frisch verzinkte Gitter aus dem heißen Verzinkungsofen. Die Produktion kann wieder rollen.

Renè Schmidt und Alexander Wirtz heißen die beiden Hauptdarsteller. Die zwei Kollegen des Warener Unternehmens Müritz-Zink machen ihren gewohnten Job in ungewohnter Umgebung. Nicht nur, dass die Männer die metallenen Zaungitter vor den kritischen Augen der ganzen Belegschaft verzinken und so sicher vor Rost schützen, dazu hat sich noch jede Menge anderes Publikum angesagt. Denn der gewohnte Job ist am Montag genau zur Mittagsstunde ein außergewöhnlicher: Die routinierten Handgriffe von René Schmidt und Alexaner Wirth sind der Startschuss für den scharfen Start der Produktion nach fünfwöchiger Zwangspause.

Drei Männer verletzt

Zur Erinnerung: Am ganz frühen Morgen des 21. Oktober erschütterte eine gewaltige Detonation die Firma. Nur Minuten später rollten Rettungsfahrzeuge und die Warener Feuerwehr auf das Gelände. Drei Männer erlitten bei der Explosion im Verzinkungsofen durch das 450 Grad heiße Zink Verletzungen. Die beiden Leichtverletzten mussten nur ambulant versorgt werden, der dritte lag einige Tage im Neubrandenburger Klinikum. "Noch ist er krankgeschrieben, es geht ihm aber schon wieder gut", sagt die Geschäftsführende Gesellschafterin des Unternehmens,  Andrea Gralak.

"Ohne die ungezählten Überstunden hätten wir das nicht geschafft"

Geschäftsführer Thomas Wagner lobt die Belegschaft. "Ohne die ungezählten Überstunden hätten wir das nicht geschafft, heute die Produktion wieder anlaufen zu lassen". Immerhin: 30 Tonnen Zink waren ausgelaufen. Auch die Firmen in der Nachbarschaft in Waren-Ost kriegen ihr "Fett" weg. Uneigennützig sei mit Baggern und Kränen Hilfe geleistet worden.

Der Unfall sei aus Sicht des Warener Unternehmens nicht vermeidbar gewesen. Niemand hätte gewusst, dass in jenem Wehrschott, das es zu verzinken galt, ein Hohlkörper versteckt war. "Darin muss Wasser gewesen sein", so Geschäftsführer Wagner, "das sich beim Eintauchen explosionsartig in Wasserdampf verwandelt hat." Aus Sicht der Kripo hat sich niemand etwas zuschulden kommen lassen, es wird davon ausgegangen, dass die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen einstellt.

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