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Wilde Kühe sind erlegt

Länger als einen Monat waren die ausgebrochenen Vierbeiner wie vom Erdboden verschluckt. Jetzt schlug dann doch noch ihr letztes Stündchen und der Bürgermeister ist froh, dass niemandem etwas geschehen ist.

Bereits im November waren zwei Kühe bei Walow ausgebüxt und hatten Spaziergänger und Jäger auf Trab gehalten.
Peter Kneffel Bereits im November waren zwei Kühe bei Walow ausgebüxt und hatten Spaziergänger und Jäger auf Trab gehalten.

Manchmal können tote Tiere auch eine gute Nachricht bedeuten. In Walow jedenfalls hat Bürgermeister Heinz Gerull die Nachricht vom Abschuss der beiden Walower „Problem-Kühe“ mit Erleichterung aufgenommen. „Einer der Jäger rief gerade bei mir an und meldete den erfolgreichen Abschuss.“ Jetzt könne er, so der Bürgermeister, wieder besser schlafen.

Seit November auf der Flucht

Denn gerade Heinz Gerull ist es gewesen, der Anfang Dezember die Öffentlichkeit mit der Nachricht über zwei verwilderte Kühe erschreckte. Vom Besitzer der Kühe aus dem benachbarten Kisserow wurde er informiert, das die Kühe ziemlich aggressiv seien. Sogar ein Auto soll von den freiheitsliebenden Tieren schon demoliert worden sein. Wie zu erfahren war, war es den Kühen gelungen, schon Mitte November zu entwischen. Alle Versuche seinerzeit, selbst mit Betäubungsgewehr, der Flüchtlinge wieder habhaft zu werden, scheiterten. Deshalb machte sich Bürgermeister Gerull wochenlang Sorgen: „Nicht auszudenken, wenn jemandem etwas passiert. Und nicht weit entfernt rollt der Verkehr auf der Autobahn.“ Zwei Einwohner aus dem Dorf, die im Schlosspark mit ihrem Hund Gassi gingen, konnten gerade noch rechtzeitig vor den Kühen fliehen.

Das Dorfoberhaupt hat sofort nach der Information als erstes die Erzieherinnen der nahe gelegenen Kita informiert. Spaziergänge der Lütten in den Park sind ab sofort verboten. „Auch im Dorf hatte ich schnell alle unterrichtet. Wer weiß, was alles hätte passieren können.“

Gefahr im Verzug

Thomas Diener, Vorsitzender des Müritz-Bauernverbandes und Landwirt mit zahlreichen Kühen, weiß, wie gefährlich die werden können: „Die verwildern ganz schnell. Wenn die zwei oder drei Wochen draußen herumstreunen, kennen Kühe keine Menschen mehr. Vorsicht ist geboten.“

Das Veterinäramt und die Ordnungsbehörde des Landkreises erteilten auch schnell und unbürokratisch wegen „Gefahr im Verzug“ die Genehmigung zum Abschuss der Tiere. Als ob die beiden Milchspender das geahnt haben. Von Stund an blieben sie verschwunden und ließen sich den Jägern nicht mehr blicken. So lange, bis die zeitlich begrenzte Abschussgenehmigung verfiel. „Am 5. Januar ist die verlängert worden“, sagt Bürgermeister Gerull. Und im zweiten Anlauf hat es dann geklappt. „Jetzt ist wieder Ruhe“, so das Dorfoberhaupt.