Versinkt der Luftkurort im Unkraut?:

Wildwuchs ist Malchow ein Dorn im Auge

Was Malchow da alles so blüht, schmeckt Bürgern und Stadtvertretern gar nicht. Dabei haben sie einige Stellen ausgemacht, wo man grüne Daumenschrauben besonders dringend anlegen müsste.

Es grünt so schön in Malchow - doch wie hier in der Güstrower Straße dominiert oftmals das Unkraut.
Florian Ferber Es grünt so schön in Malchow - doch wie hier in der Güstrower Straße dominiert oftmals das Unkraut.

„Wenn man auf einer Bank am Hafen sitzt, darf einen das Unkraut nicht kitzeln.“ Gefragt nach seinen Prämissen für 2016, gab Malchows Bürgermeister René Putzar (parteilos) diese Antwort im großen Nordkurier-Interview Ende vergangenen Jahres – ebenso „Ordnung und Sauberkeit in der Stadt“. Nun, einige Monate später, scheint dieses hehre Ziel noch in weiter Ferne zu liegen. Zumindest, wenn man nach den öffentlichen Einschätzungen in der vergangenen Stadtvertreter-Sitzung geht. Auffällig: Sowohl bei Äußerungen der Mitglieder als auch der Bürger war die Sorge ums äußere Erscheinungsbild der Inselstadt unüberhörbar. Der Wildwuchs an zahlreichen Stellen ist vielen ein Dorn im Auge.

Zwar gingen René Putzar und Kollegen bei einem Arbeitseinsatz gegen das Unkraut rund ums Rathaus mit gutem Beispiel voran und inspirierten damit auch die eine oder andere grüne Initiative, aber der ganz große Effekt blieb bisher aus. Rentner Erich Rottenau etwa, der tagtäglich in den Straßen Malchows unterwegs ist und für seine Lichtbild-Vorträge über die Inselstadt bekannt ist, kommt an dem Thema nicht vorbei. Das Problem seien vor allem die unbewohnten Häuser mit unklaren Besitzer-Verhältnissen. „Es ist schade und unansehnlich fürs Stadtbild, wenn diese Gebäude so dahinvegetieren und das Unkraut davor wächst.“

Ähnlich die Meinung von Ilka Schaade (Bündnis 90/Die Grünen), der die Güstrower Straße ebenfalls die größten Sorgenfalten bereitet. „Wenn ich da runtergehe, ist es schon sehr schmutzig. Auch im Postbereich steht das Unkraut hoch und die Stellen unter den Bäumen sind teils schlecht gepflegt.“ Ansprechpartner sind in diesem konkreten Fall aber wohl schwer zu erwischen. Laut Bürgermeister Putzar gehört das Post-Gebäude einem Investor aus den Niederlanden und auch der Gesellschafter ist nicht vor Ort. Eine mögliche Lösung, ergänzte Ilka Schaade, seien Patenschaften für die Rabatten unter den Bäumen.

Doch nicht nur in der Innenstadt sind Löwenzahn und Brennnessel Gesprächsthema. Während Mirko Henschler, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, vor allem der Zustand des Malchower Blütengartens und seiner Artenvielfalt umtreibt, ärgert sich Anwohner Gerhard Schult über die Verwahrlosung im Engelschen Garten am Kloster. „Der ist eine absolute Katastrophe. Die Wege wachsen zu und mit dem Motorrad werden Rennen gefahren. Wir wollen den Tourismus fördern, aber der älteste Park in Malchow hat die schlechteste Ausstattung“, schimpfte Schult.

Bürgermeister René Putzar, der mit seinen Kollegen aus dem Rathaus eine Fülle von Anliegen ins Notizbuch diktiert bekam, setzt indes große Hoffnungen in die neue Technik; ein moderner Geräteträger soll zukünftig Straßenreinigung und Winterdienst erleichtern. Zudem wird zum 1. Juni ein neuer Mitarbeiter im Bauhof eingestellt.