Investoren ernten Skepsis:

Windkraft-Debatte weht Geldschein nach Lärz

In Penzlin sind die Pläne um Windkraft kein laues Lüftchen mehr wert, aber im Süden der Müritzregion sind neue Begehrlichkeiten entstanden. Hier wirbt ein Investor um die Zustimmung für den Bau von acht großen Windrädern.

Investoren suchen nach geeigneten Flächen, um neue Windkraftanlagen zu errichten, und werben deshalb in mehreren Gemeinden der Region.
ZB Investoren suchen nach geeigneten Flächen, um neue Windkraftanlagen zu errichten, und werben deshalb in mehreren Gemeinden der Region.

Reichlich Geld für die Gemeinde, mögliche Beteiligungen der Einwohner an einer Betreibergesellschaft, finanzielle Unterstützung von Vereinen im Dorf und ein satter Bonus bei den Stromrechnungen. Eigentlich an Angebot, das man nicht ausschlagen kann. Das Windkraft-Unternehmen Kloss Energy aus Rerik hat nichts unversucht gelassen, um bei den Einwohnern der Gemeinde Lärz im Süden der Müritz-Region um Zustimmung für einen Windpark in deren Nachbarschaft zu werben. 60 Hektar Land zwischen Starsow und Krümmel stechen den potenziellen Investoren ins Auge, ein Gebiet, das allen strengen Kriterien entspricht, um als Eignungsgebiet für Windkraft zu bestehen. So die Argumentation der möglichen Erbauer, die in Lärz während einer Einwohnerversammlung für ihr Projekt werben. Acht Anlagen, bis zu 200 Meter hoch, die bei der Stromerzeugung bis zu 1,2 Millionen Tonnen Kohlendioxid einsparen könnten.

Lärz kann noch einen Antrag stellen

Doch stoßen die Pläne auf verhaltene Skepsis bei den Lärzern. Denn gerade sind im Nordkurier die vom Regionalen Planungsverband als Eignungsgebiete ausgewiesenen Wind-Flächen veröffentlicht worden, hieß es. Keine Rede sei dort von Krümmel gewesen. Widerspruch vom Unternehmen: Jederzeit könnten neue und geeignete Areale in die Pläne aufgenommen werden. Der Nordkurier fragt nach beim Leiter der Regionalen Planungsverbandes in der Seenplatte. Wer hat recht? „Anfang Februar beginnt die Beteiligungsphase, an der jedermann teilnehmen kann“, antwortet Christoph von Kaufmann. Also könne die Gemeinde Lärz noch einen Antrag stellen, die betreffende Fläche in die Planungen aufnehmen zu lassen. „Und wenn sie den strengen Kriterien entspricht, kann das von der Verbandsversammlung bestätigt werden.“

Angst um den möglichen Wertverlust der Grundstücke, ausbleibende Touristen, die sich den Anblick riesiger Windräder ersparen wollen und der Erhalt von fast unberührter Natur in der Region - das sind die Argumente vieler Lärzer, die auf das Ansinnen des Windkraft-Unternehmens lieber nicht eingehen wollen.

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