Parkplatzärger in Vollrathsruhe:

Wirtin stinksauer über die „Falschparker“ von der Bahn

Seitdem Firmen im Auftrag der Deutschen Bahn in Vollrathsruhe sind, fürchtet Simona Holst um ihre Kundschaft. Schuld ist ein Parkplatz-Problem.

Simona Holst vor den Parkplätzen, die ihr Probleme bereiten. Das selbst gebastelte Schild entfaltete nicht die erhoffte Wirkung.
Jörg Döbereiner Simona Holst vor den Parkplätzen, die ihr Probleme bereiten. Das selbst gebastelte Schild entfaltete nicht die erhoffte Wirkung.

Eigentlich gibt es genügend Parkplätze in Vollrathsruhe, dem 445-Seelen-Dorf nördlich von Malchow. Glaubt man Simona Holst, hat sich das allerdings geändert. Sie ist Wirtin der Gaststätte „Weiße Terrasse“ in Vollrathsruhe. Insgesamt elf markierte Parkplätze gibt es auf dem Gemeindegrund direkt vor ihrem Lokal. Sechs davon haben drei Firmen angemietet, die im Auftrag der Deutschen Bahn an der Strecke zwischen Berlin und Rostock arbeiten. Bleiben fünf Plätze für Simona Holst und ihre Kundschaft - theoretisch. In der Praxis, sagt die 48-Jährige, sehe das aber anders aus. Regelmäßig seien alle Parkplätze von Wagen der drei Firmen und der Deutschen Bahn zugeparkt. „Ich habe schon beobachtet, wie Gäste wieder weggefahren sind, weil sie keinen Parkplatz bekamen“, meint Simona Holst. Die Wirtin befürchtet erhebliche Umsatzeinbußen, sollte sich das Park-Verhalten der Firmen-Mitarbeiter nicht bald ändern.

Mit den Firmen reden? Das habe sie mehrmals versucht, erklärt Simona Holst - vergeblich. Als sie ein selbst gebasteltes Schild aufstellte, das ihr wenigstens drei Parkplätze für die Gäste sichern sollte, habe dieses nach einiger Zeit auf der Erde gelegen. Geändert habe sich nichts. Die von der Bahn beauftragten Firmen sehen das anders. „Von unseren Leuten steht keiner auf diesen drei Parkplätzen“, verteidigt sich der Projektleiter einer der drei Unternehmen.

Ein echtes Parkplatz-Problem sehe er nicht. Eng werde es auf dem Parkplatz nur dann, wenn alle zwei Wochen für zwei Tage einige Mitarbeiter der Deutschen Bahn vorbeikämen. Deren Besuch dauere aber höchstens drei Stunden, dann seien die wieder weg.

„Stimmt nicht“, hält die Wirtin dagegen. Und bekommt in der Sache Rückendeckung von ihrem Bürgermeister, Siegfried Grohmann. „Die müssen hier vorne nicht stehen“, sagt der, und verweist auf einen großen Parkplatz direkt hinter dem ehemaligen Schulhaus. Auch er habe schon selbst mit den Firmen gesprochen. „Da stößt man auf taube Ohren.“ Weil es schwer ist, die Situation rechtlich zu lösen, appellieren Simona Holst und Siegfried Grohmann an die Vernunft der Mitarbeiter der Unternehmen.

Die wollen am 3. Oktober die Bauarbeiten an der Bahnstrecke beendet haben.

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