Kommunalpolitik:

Wut und Empörung über geschlossene Zulassungsstelle

In der Müritzregion wächst die Befürchtung, in naher Zukunft mit jeder neuen Zulassung für Autos bis nach Neubrandenburg fahren zu müssen. Beim Schilderdienst wird viel Frust abgelassen.

Andreas Krauße vom Schilderdienst in Waren (links) empfängt gerade seinen Kollegen Hans-Joachim Melzer, der mit zwei Taschen voller neuer Zulassungen aus Neubrandenburg zurückgekehrt ist.
thb Andreas Krauße vom Schilderdienst in Waren (links) empfängt gerade seinen Kollegen Hans-Joachim Melzer, der mit zwei Taschen voller neuer Zulassungen aus Neubrandenburg zurückgekehrt ist.

„Wir haben hier schon Leute weinen sehen“, erzählt Andreas Krauße vom K&K-Schilderdienst in Waren. „Die wollten in die Zulassungsstelle der Außenstelle des Landratsamt und standen vor verschlossenen Türen. Die ganze Woche schon.“ Viele seien aus Dörfern der Müritzregion extra angereist, um ihr neues Auto anzumelden. „Die müssen bis nach Neubrandenburg fahren.“ Oder sie nehmen die Dienstleistung des Schilderdienstes an, die einen Mitarbeiter mehrmals am Tag in die Viertorestadt schickt, um dort die Formalitäten zu erledigen. „Aber trotzdem müssen die Leute dann noch einmal zu uns kommen.“

Ohne genaue Begründung hatte die Kreisverwaltung die Schließung der Kfz-Zulassungsstelle in Waren verkündet. Damit nicht genug. Schon Mitte August war die Behörde in Neubrandenburg und Demmin dicht, angekündigt ist die Schließung aller Zulassungsstellen im Landkreis am 4. September. Regelungen, die auch Autohaus-Besitzer wie Michael Multhaup in Rage versetzen. Der weiß sogar von Tumulten, die beim Schilderdienst ausgebrochen sind, weil Autobesitzer vergebens nach Waren gekommen sind. Multhaup hat gerade einer älteren Dame aus Zislow geholfen, die das Auto ihres verstorbenen Mannes abmelden wollte und nach dem vergeblichen Klopfen an die Tür der Zulassungsstelle in ihrer Not ihn um Hilfe gebeten hat. „Klar haben wir das geregelt, aber normal ist das alles nicht.“ Sogar internationale „Konflikte“ drohen. „Ein Mann aus Norwegen hat hier ein Auto gekauft und benötigte zügig die sogenannten Zollkennzeichen für die Überfahrt, weil der wieder auf die Fähre musste.“ Keine Chance auf die Schnelle. „Wir haben ihm rote Überführungskennzeichen angeschraubt. Keine Ahnung, ob das klappt beim Grenzübertritt.“

Multhaup vermutet, die Kreisverwaltung werde über kurz oder lang ihre Zulassungsstellen in Waren, Demmin und Neustrelitz schließen. Schon im Frühjahr wandte er sich mit der Sorge an den Landrat. Und die Antwort, die der Unternehmer von Manfred Peters, einem der Stellvertreter des Landrats, erhielt, lässt die Bedenken nicht weniger werden. Im Gegenteil. Ihm ist mitgeteilt worden, dass derzeit Untersuchungen laufen, in deren Ergebnis eine Entscheidung über die Dezentralisierung der Zulassungs- und Fahrerlaubnisstellen getroffen werden soll. Offen sei, welche Zulassungsstellen von der Schließung betroffen seien und an welchem Standort zentralisiert werde.

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Kommentare (1)

Im Kreis Offenbach gab es einst dieses Problem auch. Hier ist man dazu übergegangen das man in einigen Rathäusern der Städte Zulassungsstellen eingerichtet hat. Am Anfang konnte man nur Fahrzeuge ab- und ummelden, zwischenzeitlich bekommt man das volle Programm. Hierzu müsste natürlich Personal geschult oder eingestellt werden. Andererseits wird ja wahrscheinlich qualifiziertes Personal frei wenn die Zulassungsstellen geschlossen werden.