Brutal und gewalttätig:

Zweieinhalb Jahre Haft für "Drogenbullen"

Auf der Suche nach Drogen und Geld drang ein Täter mit seinen Kumpanen bei fremden Menschen ins Haus ein und versetzte diese in Angst und Schrecken. Da half auch die Entschuldigung im Nachhinein nichts.

Zweieinhalb Jahre Haft für Raub, räuberische Erpressung und Körperletzung.
Bernd Wüstneck Zweieinhalb Jahre Haft für Raub, räuberische Erpressung und Körperletzung.

Unglaublich: Während Mutter und Sohn am frühen Morgen am Frühstückstisch sitzen, stürmen drei Männer in die Küche, schreien und werden gewalttätig. So geschehen im November 2013 in einem Dorf bei Waren. Einer der Täter saß am Mittwoch auf der Anklagebank im Amtsgericht Waren. Dazu wurde der 29-Jährige aus der Untersuchungshaft der JVA Stralsund zur Verhandlung in die Müritzstadt gebracht. In Fußfesseln. Im Anklagevorwurf waren Raub, räuberische Erpressung und Körperverletzung aufgelistet.

Mehrfach die Faust ins Gesicht geschlagen

Ziel des Trios war es, Drogen oder Geld zu finden. Gewaltsam verschaffte man sich Zugang ins Haus durch das Aufbrechen der Hintertür. Das wurde auch von der Kriminalpolizei bestätigt, die vor Ort Spuren sicherte. J. S. (Name der Redaktion bekannt) ging besonders forsch vor, riss den am Tisch sitzenden jungen Mann zu Boden und fixierte ihn so, dass er sich nicht mehr bewegen konnte. Dabei behauptete er, „Drogenbulle“ aus Neubrandenburg zu sein und einen Durchsuchungsauftrag zu haben. Weil der am Boden Liegende ihm keine Betäubungsmittel geben konnte und auch keinen Namen von möglichen Lieferanten wusste, bekam dieser mehrfach die Faust ins Gesicht geschlagen. Blutende Wunden am Auge, an der Nase und der Lippe waren die Folge. In dieser Zeit hielten die anderen Eindringlinge die Mutter in Schach, der während ihrer Zeugenaussage im Gericht die Tränen liefen. Noch immer habe sie diesen Schock nicht bewältigt und werde ständig an diesen schlimmen Morgen erinnert, der übrigens auch noch ihr Geburtstag war. Durchsucht wurde auch die Geldbörse des im Haus wohnenden jungen Mannes. Wer die Scheine im Wert von 15 Euro schließlich mitgehen ließ, das konnte nicht genau festgestellt werden.

Taten angeblich im Affekt

Der angeklagte Warener sah in persönlicher Anspannung den Auslöser für diese Taten, die seiner Meinung nach im Affekt erfolgten. Schließlich wollte er seinem Bekannten einen Gefallen tun und ihm bei Eintreiben von Geld oder Drogen behilflich sein. Außerdem sei auch Alkohol im Spiel gewesen. Während der Verhandlung entschuldigte er sich bei dem geschädigten jungen Mann, der aufgrund seiner Verletzungen ärztlich versorgt werden musste. Dass er sich diesbezüglich nicht auch an die Mutter gewandt hatte, nahm Richterin Alexandra Sprigode-Schwencke ihm übel. „Auch wenn Sie nicht der Ideengeber für diese Tat waren, so haben Sie sich diese Idee zu eigen gemacht. Das war ein Überfallkommando, das von ihnen angeführt wurde“, sagt sie ihm auf den Kopf zu und missbilligte seine Rücksichtslosigkeit und Brutalität. Wie in der Verhandlung aufgezeigt wurde, beging der jetzt 29-Jährige schon seit der Jugendzeit eine Straftat nach der anderen. Dazu gehörten Erpressung, Sachbeschädigung, Diebstahl, schwerer Raub, Körperverletzung und Verstoß gegen das Waffengesetz. Auch gegen die Führungsaufsicht habe er mehrmals verstoßen.

Die Staatsanwaltschaft plädierte in diesem aktuellen Fall für eine Freiheitsstrafe von drei Jahren. Angesichts des Teilgeständnisses und dem ausgesprochenen Wunsch, das Leben endlich auf die Reihe zu bekommen, hielt die Verteidigung zwei Jahre Freiheitsentzug für angemessen. Nach nochmaliger Vertagung der Verhandlung verkündete die Richterin ein Strafmaß von zwei Jahren und vier Monaten. Der Haftbefehl bleibt bestehen, da Fluchtgefahr möglich wäre.

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