Neuer Bulle im Wisent-Gehege:

"Zweigel" ist trotz Schwächeanfall hoffentlicht potent

Umzug mit Hindernissen: Ins Damerower Wisent-Gehege sollte ein neuer Jung-Bulle einziehen. Doch seine Anreise gestaltete sich alles andere als geruhsam.

Erstmal durchschnaufen muss der Jungbulle "Zweigel" kurz nach seiner Ankunft in Damrow.
Petra Konermann Erstmal durchschnaufen muss der Jungbulle "Zweigel" kurz nach seiner Ankunft in Damrow.

Puh, noch mal gut gegangen. Gerade so. Fred Zentner, dem Chef des Damerower Wisentgeheges, und seinem Kollegen Günther Arnds fallen dicke Steine vom Herzen. Denn die Anreise eines neuen Bullen für das Damerower Reservat ließ sich anfangs zwar recht gut an, drohte dann aber in einem Fiasko zu enden. Aber der Reihe nach. Für eines der zwei Schaugehege im Wisent-Reservat Damerower Werder wurde ein zweiter Bulle gesucht. Der ehemalige vierbeinige Chef in der Herde war an den Folgen einer Narkose gestorben. „Das passiert leider, das kann man nicht vorher sehen“, erklärt Fred Zentner. Nun aber brauchte die Herde einen neuen Bullen.

„Zweigel“, der gut zweijährige Bulle aus der Nähe von Zwickau, war ein geeigneter Kandidat, um aus dem Tierpark Hirschfeld auf den Werder umzuziehen. „Die genetischen Daten passen, obwohl auch bei ihm zum Beispiel Damerower Vorfahren nachzuweisen sind“, erklärt Fred Zentner. Und „Zweigel“ musste so oder so ausziehen: Für den Heranwachsenden gab es neben seinem Vater keinen Platz mehr.

Die Fahrt wäre beinahe seine letzte gewesen

Doch bis „Zweigel“ dort ankam, musste der Jungbulle einiges durchmachen. „Alles ließ sich gut an“, sagt Zentner. Der Bulle wurde kurz in Narkose versetzt, um ihn in eine Holz-Transportbox zu legen. „Das lief glatt und wir konnten schnell wieder in Richtung Damerow starten“, berichtet Fred Zentner. Doch kurz hinter Berlin wollte sich „Zweigel“, der für die Fahrt wieder wach sein musste, in der Box umdrehen. Dafür war sie aber zu eng, der Bulle blieb mit den Hörnern und dem Kopf zur Seite hängen. „Wir konnten nichts machen, nur zügig weiter fahren, um den Bullen so schnell wie möglich aus der Box zu bekommen. Wir mussten damit rechnen, dass er die Fahrt nicht überlebt“, fasst Fred Zentner zusammen.

In Damerow angekommen, wurde die Holzbox mit einem Frontlader ins Gehege bugsiert und schnell geöffnet. Dann die Erleichterung: „Zweigel“ hatte den Transport überstanden – wenn auch mit angeschlagenem Kreislauf. Schwer atmend versuchte er den Stress des Transports zu verdauen. Wisentpfleger Günther Arnds und der Chef des Reservats, Fred Zentner, aber sind sich sicher, dass „Zweigel“ das wegstecken wird.

Seine zukünftigen Damen jedenfalls haben schon kurz nach seiner Ankunft vorsichtig Kontakt mit dem künftigen Chef der Herde aufgenommen. Ob „Zweigel“ so potent ist wie es sich die Mitarbeiter des Wisent-Reservats versprechen, das bleibt abzuwarten. Erst muss „Zweigel“ noch weiter wachsen. Zu seinen derzeit rund 300 Kilogramm soll er noch mal gut 600 draufpacken.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung