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Zwölf Beine und ein Blazer

VonElke EndersEs waren nur Momente im Rampenlicht. Und doch sind es Erinnerungen, die in der Chronik des Müritztanz- vereins einen besonderen Platz ...

Auch wenn es so aussieht: Bundeskanzlerin Angela Merkel ist keinesfalls dem Müritztanzverein beigetreten.  FOTO: Müritztanzverein

VonElke Enders

Es waren nur Momente im Rampenlicht. Und doch sind es Erinnerungen, die in der Chronik des Müritztanz- vereins einen besonderen Platz erhalten.

Rechlin/Demmin.Nein, die Müritztanzgruppe ‘97 des Müritztanzvereins Rechlin ist nicht etwa um ein bedeutendes Mitglied erweitert worden. Das prominente Gesicht inmitten der jungen Damen ist das der Kanzlerin. Und die hat zwar allerlei diplomatisches Geschick, um auf der politischen Bühne eine gute Figur zu machen. Für die Tanzfläche allerdings würde sie vielleicht doch nicht so ganz die Richtige sein. Dennoch, das Treffen mit der Bundespolitikerin wirkt lange nach – brachte es dem Müritztanzverein doch ungeahnten Medienrummel ein mit einer Präsenz in Presse, Funk und Fernsehen bundesweit.
Anlass für das Foto-Shooting mit Angela Merkel war der Politische Aschermittwoch in Demmin (der Nordkurier berichtete), wie der Lärzer Bürgermeister Hartmut Lehmann, selbst Tänzer im Verein und aktives CDU-Mitglied, jetzt berichtete. Erstmals gestaltete die Tanzgruppe hier das Vorprogramm mit. Während im vergangenen Jahr auf Wunsch der Kanzlerin noch Petra Zieger und Band aufspielten, waren es diesmal die Müritzer, die das Publikum begeisterten. Als es schließlich soweit war und Angela Merkel die Bühne betreten sollte, kamen Veranstalter und Sicherheitscrew überein, dass es ein schönes Bild ergeben würde, wenn sich die Tänzerinnen zum Spalier aufstellten. Gesagt, getan: Die Mädchen in ihren Kostümen brachten sich in Position, und alle Kameras richteten sich plötzlich auf sie. „Angie“, von dem eleganten Empfang angenehm überrascht, fragte nur: „Wer seid ihr?“ Während die Mädels kurz Auskunft gaben, hörten die Fotoapparate gar nicht auf zu klicken. Etliche Mikrofone und Fernsehkameras waren auf die Bundeskanzlerin und ihre attraktiven Begleiterinnen gerichtet.
Und wenn schon Kanzlerin, dann auch richtig. Ohne ein eigenes Foto mit der „Mutter der Nation“ wollten die Mädels nun doch nicht heimkehren. Weil der offizielle Pressetermin im Nachbargebäude angesetzt war, in das die Tänzerinnen in ihren luftigen Outfits nicht folgen konnten, war deren Überredungskunst gefragt. Doch die Kanzlerin spielte mit und stellte sich während der Autogrammstunde bereitwillig zum Erinnerungsfoto auf. „Zack, zack ging das“, schildert Hartmut Lehmann. Nur Sekunden, dann war Angela Merkel entfleucht. Und für Katja und Karina Sustorff, Inga Geißler, Anika Link sowie Jenny Fechtel hieß es, den Heimweg anzutreten. Im Kleinbus sitzend, klingelten dann schon die Handys heiß: „Wir haben Euch im Fernsehen gesehen....“ Und erst jetzt merkten die Müritztänzerinnen, wie präsent sie doch waren.
Übrigens, das nächste Mal live zu erleben ist der Müritztanzverein bei der Oldienacht am Sonnabend, 27. April, in Lärz, wo mit der Band „Black Tigers“ ab 20Uhr dem Publikum eingeheizt werden soll. „100 Tickets sind schon raus“, freut sich Hartmut Lehmann über den Vorkauf – auch ohne Bundeskanzlerin als Zugpferd.

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