Kinder von Kamp:

Kommentar: Normalität von Polen und Deutschen

Das ist eine bewegende Geschichte: Ein polnischer Bürgermeister setzt sich dafür ein, dass ein deutsches Militärflugzeug geborgen wird, damit über 70 Kinder ihre letzte Ruhe finden können. Gemeindeoberhaupt Zdiszlaw Matusiewicz behauptet sich gegen viele Ressentiments seiner Bürger, Ressentiments, die angesichts des Leids, die der Zweite Weltkrieg über das polnische Volk gebracht hat, nicht verwundern können.

 Das ist eine bewegende Geschichte: Ein polnischer Bürgermeister setzt sich dafür ein, dass ein deutsches Militärflugzeug geborgen wird, damit über 70 Kinder ihre letzte Ruhe finden können. Gemeindeoberhaupt Zdiszlaw Matusiewicz behauptet sich gegen viele Ressentiments seiner Bürger, Ressentiments, die angesichts des Leids, die der Zweite Weltkrieg über das polnische Volk gebracht hat, nicht verwundern können. Doch das ist nur eine Facette dieser Geschichte. Die Erinnerungen Hunderttausender Deutscher, die aus ihrer Heimat in Hinterpommern, Ostpreußen oder aber dem Sudetenland vertrieben wurden, dürfte durch diese tragische Kriegsepisode ebenfalls wieder angerührt werden.

 

Das Schicksal der unschuldigen Kinder von Kamp steht für das Schicksal aller Opfer des Krieges aller Völker, unabhängig von Revanchismus oder Rachegefühlen. Dass solche Geschichten wie die von Bürgermeister Matusiewicz erzählt werden können, beruht weniger auf den Bemühungen der „großen“ Politik oder institutionalisierter Rituale. Es sind Initiativen Einzelner wie der des Fördervereins des Stettiner Hauptfriedhofs, die den Austausch zwischen Polen und Deutschen fördern. So gelang es dem Verein kürzlich, in Kooperation mit der Barlach Stiftung Güstrow Barlachs Ehrenmal „Mutter Erde“ zurückzuführen in seine „Heimat“ Stettin. Vor allem aber ist es dem unermüdlichen Wirken des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge zu verdanken, dass immer mehr Normalität einzieht zwischen unseren Völkern. Bemerkenswert vor allem, weil das Thema der toten Soldaten ein äußerst sensibles ist, fielen die Uniformierten doch einst als Aggressoren ein.

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