Kinder von Kamp:

Leserbrief: Die Katastrophe als Augenzeuge erlebt

Siegfried Marquardt aus Bad Salzuflen zum Beitrag Unvergessene deutsche Kriegskinder in unserer Ausgabe vom 18. 11. 2011:

Viele Jahre habe ich versucht, näheres zu erfahren über diese abgestürzte Dornier 24 mit den vielen Kindern an Bord. Es interessierte jahrelang niemanden. Weder Deutsche noch Polen fühlten sich zuständig. Aus Kostengründen? Als Mitglied des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge habe ich auch diesen Verband angeschrieben. Auch hier habe ich nie eine Antwort erhalten.

 

Vor ungefähr drei Jahren begann man sich für den ehemaligen „Kamper Fliegerhorst“ zu interessieren. Die große Fliegerhalle wird saniert und man möchte auch gerne den Kamper See für Wasserflugzeuge nutzen, vor allem aber für Geschäftsflugzeuge, denn im Raum Kolberg tut sich wirtschaftlich einiges. Um aber Wasserflugzeuge auf dem früheren Kamper See landen zu lassen, muss das dort am 5. März 1945 von russischen Panzern abgeschossene Seenotrettungs-Flugzeug, geborgen werden. Es sind also wirtschaftliche Interessen.

 

Wir waren nicht nur Augenzeugen. Wir haben die Katastrophe von 1945 in Kamp-Wustrow miterlebt. Meine Vorfahren stammten zum Teil aus den Gemeinden Kamp-Wustrow, Langenhagen, Rode, Zarben, Arnsberg und Triebs. Meine Eltern hatten in Kamp-Wustrow eine Landwirtschaft. Diese drei russischen Panzer konnten wir von Wustrow beobachten, wie sie die dort an- und abfliegenden Flugzeuge beschossen.

Nordkurier digital: Jetzt 6 Wochen zum Sonderpreis testen!