Fall Hubert Z.:

Prozess gegen Ex-KZ-Sanitäter soll am 29. Februar beginnen

Die Verbrechen, die Hubert Z. vorgeworfen werden, liegen über 70 Jahre in der Vergangenheit. Nun soll ihm deswegen der Prozess gemacht werden.

Dem 95-Jährigen wird nun der Prozess vor dem Landgericht Neubrandenburg gemacht.
Bernd Wüstneck Dem 95-Jährigen wird nun der Prozess vor dem Landgericht Neubrandenburg gemacht.

Der 95 Jahre alte ehemalige KZ-Sanitäter Hubert Z. aus der Region Neubrandenburg soll sich wegen Beihilfe zum Mord vom 29. Februar an vor dem Landgericht Neubrandenburg verantworten. Weitere Verhandlungstermine vor der Schwurgerichtskammer seien im März geplant, sagte ein Sprecher des Landgerichtes am Montag in Neubrandenburg. Der Verlauf sei aber vom Gesundheitszustand des Rentners abhängig.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 95-Jährigen Beihilfe zum Mord in mindestens 3681 Fällen vor. Er soll vom 15. August bis zum 14. September 1944 in der SS-Sanitätsdienststaffel Auschwitz-Birkenau gewesen sein. In dieser Zeit seien im NS-Vernichtungslager mindestens 3681 Menschen vergast worden.

Gegen den Rentner, dessen Verteidiger eine Schuld seines Mandanten bestreitet, wird seit März 2015 von der Staatsanwaltschaft Schwerin ermittelt. Das Landgericht hatte eine Eröffnung des Prozesses Mitte 2015 aus gesundheitlichen Gründen abgelehnt. Das Oberlandesgericht hatte den Mann aufgrund eines neuen psychiatrischen Gutachtens aber als "eingeschränkt verhandlungsfähig" eingestuft. Der Mann war schon 1948 von einem polnischen Gericht wegen seiner SS-Zugehörigkeit zu mehr als drei Jahren Haft verurteilt worden, die er auch verbüßte. Dann kehrte er in den damaligen Bezirk Neubrandenburg zurück. Dort arbeitete er in der Landwirtschaft.

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