0:0: Stevens unter Druck - Dutt: Keine Trainerdiskussion

Auf die Frage nach seiner weiteren Zukunft als Trainer des VfB Stuttgart reagierte Huub Stevens erwartungsgemäß mürrisch und gereizt.

0:0: Stevens unter Druck - Dutt: Keine Trainerdiskussion
Marijan Murat 0:0: Stevens unter Druck - Dutt: Keine Trainerdiskussion

«Vor wenigen Wochen hat man hier noch über eine Vertragsverlängerung mit mir geredet und jetzt wird über einen neuen Trainer diskutiert», echauffierte sich der Niederländer nach der enttäuschenden Nullnummer der Schwaben in der Fußball-Bundesliga gegen Hertha BSC. «Ich habe mich immer auf meine Aufgabe konzentriert», betonte er.

Stevens kündigte zugleich für Samstagmorgen die obligatorische Spieltags-Analyse mit Sportvorstand Robin Dutt an. «Wir haben ein offenes und ehrliches Verhältnis», sagte der 61-Jährige.

Nach dem achten sieglosen Spiel in Serie sah sich auch Dutt mit der Frage nach Stevens' Zukunft konfrontiert. Zumal mit dem früheren Leipziger Alexander Zorniger auch schon der Nachfolger gefunden sein soll. Die vorzeitige Ablösung des einst als Retter verpflichteten Stevens gilt als wahrscheinlich.

«Wir führen keine Trainerdiskussion. Zu Spekulationen kann ich nur die gleiche Antwort geben wie vor drei Wochen, zwei Wochen und einer Woche», bekräftigte Dutt und meinte hinsichtlich der Nachbereitung am Samstagmorgen: «Wir sprechen über das Spiel. Weitere Inhalte sind mir nicht bekannt.» Demnach gehört das Thema «Stevens und seine Zukunft» auch nicht dazu.

Die Stuttgarter bleiben trotz einer engagierten Leistung mit 20 Punkten Tabellenschlusslicht. Mit mindestens vier Punkten Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz wird der torungefährliche VfB kommenden Freitag (20.30 Uhr) zu Champions-League-Kandidat Bayer Leverkusen reisen. «Es geht weiter, es wird aber immer schwieriger», räumte Stevens nach dem neunten sieglosen Heimspiel in Serie ein.

Die Einstellung der Stuttgarter gegen extrem defensiv eingestellte Berliner, die nach Gelb-Rot gegen Nico Schulz wegen wiederholten Fouls noch einige Sekunden in Unterzahl spielten, stimmte immerhin. «Einer ist für den anderen gelaufen», erläuterte Dutt. «Jeder hat sich die Hacken wund gelaufen.»

Es sei «wirklich schade», sagte der frühere Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes weiter, nach so einem Auftritt nur mit einem Punkt dazustehen. Auf einer Skala von eins bis zehn gebe Dutt dem Team für die Leistung «eine 9,9». Ob das für Stevens reichen wird?

«Wir können mit diesem Punkt in unserer Situation nicht zufrieden sein», stellte der frühere Schalker fest. «Die Jungs haben alles gegeben. Leider haben sie nicht die Schlagkraft gehabt.» Genug Zuversicht, um die Krise am Neckar durchzustehen, hat Stevens nach eigener Aussage: «Es ist doch klar, dass du Vertrauen haben musst.»

Der Leistung der Stuttgarter zufolge haben die Spieler dieses Vertrauen auch in ihren Coach. «Wir brauchen, um große Schritte zu machen, drei Punkte. Aber die Moral ist intakt», beteuerte Kapitän Christian Gentner und meinte über Stevens: «Er stellt uns jede Woche gut ein. Wir wollen mit dem Trainer weitergehen.»