0:2 gegen Everton: «Wölfe» machen Debakel perfekt

Der VfL Wolfsburg hat seinen England-Fluch auch im sechsten Anlauf nicht besiegen können. Mit dem 0:2 (0:1) gegen den FC Everton machte der Bundesliga-Zweite das deutsche Europacup-Debakel gegen die Clubs von der Insel in dieser Woche perfekt.

0:2 gegen Everton: «Wölfe» machen Debakel perfekt
Peter Steffen 0:2 gegen Everton: «Wölfe» machen Debakel perfekt

Zum Einzug in die K.o.-Runde der Europa League benötigen die Niedersachsen im letzten Gruppenspiel beim OSC Lille am 11. Dezember auf jeden Fall einen Punkt. Die belgischen Nationalstürmer Romelu Lukaku (43. Minute) und Kevin Mirallas (75.) stellten vor 23 375 Zuschauern in der Volkswagen-Arena das vorzeitige Weiterkommen für die Engländer sicher und lassen den VfL noch zwei Wochen bangen.

«Jetzt müssen wir es in Lille gerade biegen. Aber dazu sind wir in der Lage. Wir haben es heute eigentlich gut gemacht, aber wir müssen einfach unsere Chancen nutzen. Es wäre sicher anders gelaufen, wenn das Tor in der ersten Halbzeit gezählt hätte», sagte VfL-Geschäftsführer Klaus Allofs. Er spielte damit auf eine Szene in der 22. Minute an, als der spanische Schiedsrichter Fernando Teixeira dem vermeintlichen 1:0 durch Ivan Perisic die Anerkennung verweigerte. Der Kroate hatte beim Zuspiel von Niclas Bendtner aber nicht im Abseits gestanden.

Fünf Tage nach der 2:3-Niederlage in Schalke präsentierten sich die Wolfsburger auf internationalem Parkett wieder von ihrer starken Seite. Gestützt auf ein starkes Mittelfeld mit dem kaum zu stoppenden Perisic beherrschten die Niedersachsen die Partie gegen den Tabellen-Neunten der Premier League von der ersten Minute an. Allerdings wirkten sie in der Abwehr gelegentlich ein wenig sorglos, was Lukaku und Mirallas mit ihren Kontertoren bestraften.

Verzichten musste VfL-Coach Dieter Hecking auf Mittelfeldspieler Josahu Guilavogui, den Leistenprobleme zum Zuschauen zwangen. Freiwillig draußen ließ der Trainer den Schweizer Ricardo Rodriguez, der für das Verfolgerduell in der Bundesliga gegen Mönchengladbach geschont wurde.

Die ersten offensiven Achtungszeichen in einer von beiden Seiten schwungvoll geführten Partie setzte der VfL durch Perisic. Nach einer vergebenen Kopfballmöglichkeit (5.) besaß der Kroate in der 12. Minute eine starke Szene, als er nach Zuspiel von De Bruyne nur noch Evertons Keeper Tim Howard vor sich hatte, aber aus spitzem Winkel ans Außennetz schoss. Der US-Nationaltorhüter war auch beim Gewaltschuss von Aaron Hunt auf dem Posten und lenkte den Ball zur Ecke (15.). Dass aber auch die von rund 4000 mitgereisten Fans unterstützten Engländer auf drei Punkte aus waren, machte der Lattenkopfball von Sylvain Distin (13.) deutlich.

Zwei Minuten vor der Pause wurde der Spielverlauf durch das 0:1 förmlich auf den Kopf gestellt. Nach einem schulmäßigen Konter gegen die viel zu weit aufgerückte VfL-Abwehr lief Lukaku seinem Widersacher Hunt davon und schloss sein Solo frei vor Diego Benaglio zum Führungstor für Everton ab.

Nach der Pause drängten die Wolfsburger vehement auf den Ausgleich und erspielte sich weitere Chancen. In der 56. Minute verhinderte Howard mit Fußabwehr gegen De Bruyne das 1:1. Die Offensive der Hausherren eröffnete den Gästen Räume. Die Riesenmöglichkeit, das Spiel vorzeitig zu entscheiden, vergab auf der Gegenseite Aiden McGeady, der den Ball aus kurzer Distanz nicht in dem von Benaglio verlassenen Gehäuse unterbrachte (61.). Erneut gnadenlos effektiv zeigten sich die Gäste beim 0:2, zu dem Lukaku mit viel Übersicht die Vorarbeit leistete.