1000. Sieg: Bayern feiern Robben

Mit der durchbrochenen Schallmauer von 1000 Bundesligasiegen hielten sich die Münchner um Comeback-Star Arjen Robben nicht lange auf.

1000. Sieg: Bayern feiern Robben
Sven Hoppe 1000. Sieg: Bayern feiern Robben

Im roten Trainingsanzug und mit einer roten Bayern-Tragetasche in der Hand schwärmte der Musterprofi beim Weg aus der Arena nicht besonders über den historischen Meilenstein, sondern blieb nach dem 4:0 (2:0) gegen den 1. FC Köln gleich im Wettkampfmodus. «Es geht nicht um Rekorde, es geht um Titel - und die werden erst am Ende verteilt», erklärte der gefeierte Rückkehrer Robben vor dem «Tod-oder-Gladiolen-Spiel» beim VfL Wolfsburg.

Erstmals nach 56 Tagen stand Robben wieder für auf dem Platz und trieb die Bayern an, als wäre er nie weg gewesen. Dazu schoss er das wegweisende 1:0. «Wenn du so zurückkommst, ist das eine schöne Belohnung», schilderte der Holländer. Rechtzeitig vor einem vorweggenommenen Finale in der zweiten Pokalrunde am Dienstag beim Vizemeister Wolfsburg hat Trainer Pep Guardiola einen Zusatztrumpf.

Zuletzt waren die Fehlzeiten von Ausnahmekönnern wie Robben und Franck Ribéry wegen der Extraklasse im Münchner Kader nicht eklatant aufgefallen. Doch Robben demonstrierte in einem für ihn bislang verkorksten Jahr beim lockeren Sieg gegen den 1. FC Köln, welches besondere Element er dem Spiel geben kann. «Arjen hat diese wahnsinnige Qualität. Es ist seine Persönlichkeit, seine Professionalität, sein Charisma, seine Mentalität eins gegen eins», lobte Guardiola den 2015 so häufig verletzten Turbo-Dribbler.

In der Vorsaison verletzte sich Robben nach fünf Wochen Pause beim Comeback gleich wieder und schaute in der heißen Phase frustriert zu. Extra motiviert war er in diese Spielzeit gestartet, im September aber erlitt er beim Nationalteam eine Adduktorenverletzung. «Das ist das Schwierigste für einen Fußballer, wenn man nur zuschauen kann», sagte er. «Man muss versuchen, die Energie in die Reha zu stecken.»

Robbens 75. Tor im 131. Ligaspiel öffnete den Weg zum stolzen Jubiläum. Arturo Vidal (40.), Robert Lewandowski (62.) und Thomas Müller (77./Foulelfmeter) legten im 1714. Bundesligaspiel der Münchner nach. «Beeindruckend, dass wir nicht nachlassen», betonte Kapitän Philipp Lahm und schloss eine Saison mit 34 Siegen nicht aus. «Möglich ist immer alles, aber es ist nicht so einfach.»

Nach dem auf zehn Erfolge ausgebauten Startrekord wackelt erstmal die Bestmarke in Europas Topligen. Nur Tottenham Hotspur glückte 1960/61 mit elf Siegen ein noch besserer Auftakt. Mit 1000 Siegen liegen die Bayern in der Ewigen Tabelle klar vor Werder Bremen (741). «Es war ein historischer Sieg. Und ich hoffe, es gibt noch mehr historische Siege in dieser Saison», erklärte Dauertorjäger Lewandowski.

Das 0:2 beim FC Arsenal schüttelten die Münchner schnell ab und verzückten so ihren Coach. «Ich bin sehr stolz auf diesen Moment, in dieser Geschichte Trainer von Bayern München zu sein», gestand Guardiola: «Dieser Verein wird immer Teil von meinem Leben sein.» Wer wollte, konnte den Nachsatz auch wieder Richtung Abschied beim FC Bayern interpretieren. Diese spannende Frage wird die Münchner weiter Woche für Woche beschäftigen. Bis Guardiola Position bezieht.

«Ich kann nur sagen, was die Mannschaft gerne möchte. Dass der Trainer hierbleibt», bemerkte Lahm und berichtete von einem vertraulichen Gespräch mit dem Katalanen. «Er hat keine Signale gegeben, aber er macht auf mich einen glücklichen Eindruck in München», sagte Vize-Kapitän Manuel Neuer.

Keineswegs niedergeschlagen wirkte Kölns Trainer Peter Stöger. «Jetzt kann ich es ja sagen, die Bayern-Punkte hatten wir nicht einkalkuliert», witzelte der Wiener, dessen Konzept der 5-4-1-Verteidigung nicht aufging. «Es ist egal, ob man mit Vierer-, Fünfer- oder Sechserkette spielt», meinte Kölns Keeper Timo Horn.