1:1 - De Bruyne bewahrt Wolfsburg vor Pleite

Kevin De Bruyne hat den VfL Wolfsburg mit einem Traumtor vor der nächsten bitteren Pleite in der Europa League bewahrt.

1:1 - De Bruyne bewahrt Wolfsburg vor Pleite
Peter Steffen 1:1 - De Bruyne bewahrt Wolfsburg vor Pleite

Der belgische Nationalspieler erzielte acht Minuten vor Schluss per Volley den Ausgleichstreffer zum 1:1 (0:0) gegen den französischen Club OSC Lille und verhinderte damit die zweite Niederlage im zweiten Spiel der Gruppe H. Zuvor hatte der VfL beste Torchancen ungenutzt gelassen und einen möglichen Sieg verspielt.

Damit steht der VfL vor der unangenehmen Reise nach Russland zum FK Krasnodar, der gegen den englischen Premier-League-Club FC Everton zu einem 1:1 kam, mit nur einem Punkt aus zwei Spielen aber bereits unter Zugzwang.

Lille war zunächst durch einen fragwürdigen Handelfmeter von Divock Origi in Führung gegangen (76.), doch De Bruyne sorgte mit seinem Schuss aus gut 22 Metern für Erleichterung (82.). «Wir haben vieles gut gemacht. Das war bisher die beste Saisonleistung. Leider haben wir uns nicht selbst belohnt», sagte Wolfsburgs Aaron Hunt und Manager Klaus Allofs ergänzte: «Wir haben eine sensationelle Moral bewiesen. Dass wir so einen Elfmeter bekommen, passt zum Spiel. Solche Spiele muss man vorher entscheiden.»

Vor nur 16 097 Zuschauern in der Volkswagen Arena ließ der VfL, der zum Auftakt in Everton mit 1:4 deklassiert worden war, besonders im zweiten Durchgang mehrere hochkarätige Torchancen liegen. Vor allem Ivan Perisic und der eingewechselte Nicklas Bendtner hätten das Spiel zuvor entscheiden können. Dabei erwies sich aber auch der nigerianische Nationaltorhüter Vincent Enyeama aufseiten der Franzosen als sicherer Rückhalt.

In den ersten 45 Minuten fehlte dem VfL noch die letzte Entschlossenheit. Nur wenn die Gastgeber das Spiel schnell machten, kam der Tabellendritte der Ligue 1 in Bedrängnis. Wie etwa in der 16. Minute, als Ivan Perisic nach Zuspiel von Sebastian Jung per Direktabnahme an Enyeama scheiterte. Oder 20 Minuten später, als Hunt frei durch war. Sein Zuspiel auf Ivica Olic klärte aber der Ex-Wolfsburger Simon Kjaer in höchster Not. Der Innenverteidiger, der 63 Erstligaspiele für die Wolfsburger absolviert hatte, war vor einem Jahr aussortiert worden. Bei seiner Rückkehr zählte er zu den besten Lille-Spielern, am Ende verließ er aber schwer humpelnd den Platz.

Die Franzosen, die in der Meisterschaft in acht Spielen nur zwei Gegentore kassiert haben, agierten auch in Wolfsburg äußerst defensiv. Nur selten traute sich die Mannschaft von Trainer Rene Girard über die Mittellinie. Erst recht im zweiten Durchgang: Der VfL drängte mit Macht auf das Führungstor, vergab aber beste Torchancen. Erst prüfte Perisic den OSC-Keeper nach einer Ecke (54.), dann ließ der Kroate die Riesenchance liegen, als er alleine auf Enyeama zulief, aber nicht platziert genug schoss (60.).

Auch mit der Einwechslung von Bendtner wurde es nicht besser. Frei vor dem Tor hämmerte der Däne den Ball drüber (65.), kurz darauf setzte Vierinha den Ball aus kurzer Entfernung neben das Tor (71.).

Die Strafe folgte bei einem der wenigen Konter. Nach einem Schuss der Franzosen sprang Ricardo Rodriguez der Ball an die Hand, den umstrittenen Elfmeter verwandelte Origi zur schmeichelhaften Führung der Franzosen. Die Wolfsburger warfen nochmal alles nach vorne und kamen wenigstens zum Ausgleich.