15 000 Legida-Anhänger, 20 000 Gegendemonstranten

Bei der Legida-Demonstration in Leipzig ist es am Abend zu Auseinandersetzungen gekommen. Nach Angaben der Polizei wurden mehrere Polizisten durch Böller, Flaschen und Laserpointer verletzt. Auch Journalisten seien attackiert worden.

15 000 Legida-Anhänger, 20 000 Gegendemonstranten
Peter Endig 15 000 Legida-Anhänger, 20 000 Gegendemonstranten

Die «Leipziger Volkszeitung» berichtete, die Angriffe seien aus dem Legida-Lager gekommen. Die Fotoausrüstung eines Pressevertreters wurde zerstört. Die Polizei nahm drei Randalierer in Gewahrsam. Der MDR berichtete, Journalisten seien bespuckt und verprügelt worden.

Zu einer Kundgebung auf dem zentralen Augustusplatz mit anschließendem Aufzug über den Innenstadtring brachte Legida nach Angaben der Stadt 15 000 Anhänger auf die Straße, darunter viele Zugereiste aus Dresden. Mehr als 20 000 Menschen protestierten dagegen. 4000 Polizisten aus ganz Deutschland waren im Einsatz.

«Es ist tatsächlich so, dass wir im Abgang Probleme bekommen haben, die Lager zu trennen», sagte ein Polizeisprecher. Vor dem Hauptbahnhof habe es Zusammenstöße von Legida-Anhängern und Gegendemonstranten gegeben. Gegen 22.00 Uhr habe sich die Lage beruhigt.

Nach Brandanschlägen auf Bahnanlagen in Leipzig rollt der Zugverkehr teilweise wieder. Reisende könnten wieder den Nah- und Fernverkehr nach Dresden, Chemnitz und Meißen nutzen, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn am Donnerstagmorgen. Die Anschläge auf Kabelschächte stünden vermutlich im Zusammenhang mit dem Legida-Aufmarsch. Am Abend gab es zwei weitere Anschläge im Leipziger Citytunnel.

Die islamkritische Pegida-Bewegung muss sich nach dem Rücktritt ihres Chefs und Mitgründers Lutz Bachmann neu formieren. Der 41-Jährige hatte am Mittwochabend alle Ämter niedergelegt - gegen ihn wird wegen Volksverhetzung ermittelt.

Zuvor waren ein Foto Bachmanns mit Hitler-Bart und ausländerfeindliche Facebook-Einträge öffentlich geworden. Dies hatte eine Welle der Empörung ausgelöst. In den Posts bezeichnete er Ausländer als «Viehzeug», «Gelumpe» und «Dreckspack». «Es tut mir leid, dass ich damit den Interessen unserer Bewegung geschadet habe», heißt es in Bachmanns Rücktritts-Erklärung. Die rechtskonservative AfD begrüßte den Schritt.

Pegida will nach eigenen Angaben eine Unterlassungsklage gegen Legida prüfen. Deren Organisatoren hätten sich bislang geweigert, den eigenen Forderungskatalog zu übernehmen. «Alles, was heute Abend in Leipzig gesagt und gefordert wird, ist nicht mit uns abgesprochen», sagte Pegida-Sprecherin Kathrin Oertel am Mittwochabend. «Das kann sich für die einheitliche Wahrnehmung unserer Bewegung als kontraproduktiv erweisen.»