15 am Start, 11 im Ziel: Auftakt mit Possen und Pannen

Das mit Spannung erwartete Auftaktrennen der Formel 1 ist zur Demonstration der Stärke von Sieger Lewis Hamilton und dem zweitplatzierten Nico Rosberg im überlegenen Mercedes geworden.

15 am Start, 11 im Ziel: Auftakt mit Possen und Pannen
Srdjan Suki 15 am Start, 11 im Ziel: Auftakt mit Possen und Pannen

Nur 15 Autos am Start bedeuteten einen historischen Negativrekord, ins Ziel kamen gar nur elf. Dazu bot der Große Preis von Australien vor vollen Rängen so gut wie keine Action auf der Strecke. Werbung für die angeschlagene Königsklasse war das nicht.

ÜBERMACHT: Mercedes ist wieder eine Klasse für sich. Die Konkurrenz fährt nur hinterher. Schon die Trainingsbestzeiten hatten Pole-Mann Hamilton und der Startzweite Rosberg unter sich ausgemacht. Im Rennen werden beide zu keinem Zeitpunkt gefordert und steuern dem ersten Doppelerfolg von vermutlich noch vielen 2015 entgegen.

MINI-FELD: 15 (!) Autos starteten in den Großen Preis von Australien. So wenige hatte es zuletzt beim Auftakt in die Saison 1963 gegeben. Von den gemeldeten 20 Autos drehten die beiden Manor-Rennwagen in Melbourne keine einzige Runde, es fehlten noch Teile. Der Red Bull von Daniil Kwjat blieb ebenso wie der McLaren-Honda von Kevin Magnussen in der Installationsrunde stehen. Der finnische Williams-Pilot Valtteri Bottas bekam wegen einer Rückenverletzung von den Rennärzten keine Starterlaubnis.

«ÜBERHOL»-MANÖVER: Sebastian Vettel vs. Felipe Massa. Der neue Ferrari-Star gegen den ehemaligen Ferrari-Wasserträger. Massa hatte sich im Williams Startplatz drei gesichert vor Vettel. Wie einst Michael Schumacher im ersten Renneinsatz für Ferrari an gleicher Stelle 1996 nahm Vettel von Rang vier den Grand Prix in down under in Angriff. Und überholte Massa durch eine bessere Strategie, weil er sich später Reifen holte und vorher Tempo machen konnte. Für den Heppenheimer ein prächtiger Beginn in eine erhoffte rote Ära - auch wenn die Zuschauer auf ein Rad-an-Rad-Duell verzichten mussten.

FERRARI-PANNE: Vettels Teamkollegen erwischte es dagegen mehrfach. Zuerst dauerte ein Reifenwechsel acht Sekunden statt der gewöhnlichen drei. Danach musste Kimi Räikkönen seinen Wagen ganz abstellen. Der Finne wurde zum Leidtragenden einer Boxenstopp-Farce von Ferrari. Nach einer Kollision kurz nach dem Start ohnehin schon vom fünften Platz zurückgefallen, konnte er wegen eines nicht richtig montierten linken Hinterrades letztlich nicht weiterfahren.

JÜNGSTE PILOT: Papa Jos Verstappen riss sich die Kopfhörer runter und stapfte aus der Toro-Rosso-Box. Sein Sohn Max stieg enttäuscht aus seinem Rennwagen. Im Alter von 17 Jahren und 166 Tagen lag der jüngste Fahrer der Formel-1-Geschichte klar auf Punktekurs beim Debüt. Dann aber funkte der Niederländer: «Rauch im Auto.» Der Grund: Der Motor des Toro Rosso war hin - und der Rekord als jüngster Punktesammler auch.