19-Jährige getötet: Anklage will lebenslange Haft für Eltern

Im Darmstädter Mordprozess gegen ein Elternpaar, das seine 19-jährige Tochter getötet haben soll, hat die Anklage für Vater und Mutter eine lebenslange Haft gefordert.

Die Staatsanwaltschaft forderte vor dem Landgericht außerdem, die besondere Schwere der Schuld festzustellen. Eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren wäre dann ausgeschlossen.

Der 52 Jahre alte Vater und die 41 Jahre alte Mutter hätten den Tod der Tochter «kaltblütig geplant», weil die junge Frau sexuelle Kontakte zu einem Freund hatte, ohne verheiratet zu sein.

Die strengreligiösen muslimischen Eltern hätten sich für das aus ihrer Heimat Pakistan mitgebrachte Wertesystem entschieden und auch keine Reue gezeigt. «In meinen Augen weinen sie nur um sich selbst, nicht um ihre Tochter», sagte Staatsanwältin Barbara Sieger.

Der Vater hatte die Tötung am ersten Verhandlungstag im September gestanden. Nach Ansicht der Staatsanwältin erwürgte er die Tochter im Januar im Schlaf. Seine Frau habe zugesehen und sei einverstanden gewesen. Anschließend hätten beide die tote Tochter weggebracht, um sie «in einer Mülltüte einfach zu entsorgen».

Nach den Plädoyers der Verteidigung wollte das Schwurgericht noch am Donnerstag ein Urteil verkünden.