20 Geiseln in Bangladesch getötet

Bei einer Geiselnahme in der Hauptstadt von Bangladesch sind 20 Geiseln und sechs Geiselnehmer getötet worden. Das teilte ein Militärsprecher am Samstagmittag (Ortszeit) mit.

20 Geiseln in Bangladesch getötet
Stringer 20 Geiseln in Bangladesch getötet

Bangladeschs Premierministerin Sheikh Hasina sagte am Samstagmittag (Ortszeit), dass die Einsatzkräfte «einige Leben nicht retten konnten». 13 Geiseln wurden verletzt gerettet und kamen ins Krankenhaus. Zu der Gewalttat in einem Restaurant bekannte sich nach Angaben der US-Terrorbeobachtungsstelle Site die Terrororganisation Islamischer Staat (IS).

Hasina sprach von einem Terrorakt, nannte jedoch keine Namen von Organisationen: «Wir werden keinen Akt des Terrorismus in Bangladesch tolerieren.» Die US-Terrorbeobachtungsstelle Site berief sich auf Berichte der IS-nahen Nachrichtenagentur «Amaq». Zudem veröffentlichte Site über Twitter ein Poster der dem IS nahe stehenden «Sons Caliphate Army», das sich auf den Anschlag bezieht.

In der Nacht hatten mindestens acht Bewaffnete das bei Ausländern beliebte Restaurant «Holey Artisan Bakery» in Dhakas Diplomatenviertel angegriffen und sich dort mit mindestens 20 Geiseln verschanzt.

Unter den Geiseln waren auch sieben Italiener, berichtete die italienische Agentur Ansa. Nach Angaben aus Tokio waren möglicherweise auch Japaner betroffen. Angaben zu möglichen deutschen Betroffenen lagen zunächst nicht vor.

Seit Anfang 2013 leidet das muslimische Bangladesch mit seinen rund 160 Millionen Einwohnern unter einer Serie islamistisch motivierter Angriffe. Opfer sind in der Regel Religionskritiker, Intellektuelle und Angehörige religiöser Minderheiten. Auch gegen ausländische Staatsbürger wurden schon Anschläge verübt.

Zu vielen der Attentate bekannten sich islamistische Organisationen wie Al-Kaida und der Islamische Staat (IS) oder lokale Organisationen, die mit ihnen verbunden sind. Die Regierung bestreitet jedoch, dass der IS in Bangladesch aktiv sei und macht örtliche Extremistengruppen und die Opposition für die Anschläge verantwortlich.