200 Millionen Schoko-Osterhasen - süße Klassiker machen das Rennen

Osterhasen mit Fußballtrikots, rosa Schokohäschen für Mädchen, Osterkalender mit Türchen wie im Advent: Für die Süßwarenindustrie ist Ostern nach Weihnachten die wichtigste Saison des Jahres.

200 Millionen Schoko-Osterhasen - süße Klassiker machen das Rennen
Amelie Sachs 200 Millionen Schoko-Osterhasen - süße Klassiker machen das Rennen

Die Regale in den Supermärkten sind prall gefüllt. In den vier Wochen vor dem Fest werden nach Angaben des Handelsverbandes Sweets Global Network Süßwaren im Wert von fast einer Milliarde Euro verkauft - dabei entfallen gut 400 Millionen Euro auf Osterartikel.

Das Wetter hat Herstellern und Handel beim Ostergeschäft in den vergangenen Wochen in die Hände gespielt: Je kühler die Temperaturen, desto größer der Appetit auf Süßwaren. «Das Saisongeschäft wird kaum von schwankenden Verbraucherstimmungen beherrscht, sondern zunehmend von klimatischen Bedingungen», erklärt Vorstandschef Hans Strohmaier.

Allerdings ist die Verkaufssaison in diesem Jahr wegen des frühen Ostertermins kürzer als sonst. Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) rechnet deshalb mit rund 200 Millionen verkauften Schoko-Osterhasen weltweit - etwas weniger als im Vorjahr. Mehr als 40 Prozent der Figuren gehen ins Ausland: vor allem in Länder Europas, aber auch in die USA und nach Australien.

In Deutschland mögen die Verbraucher die Schoko-Hasen noch immer am liebsten ganz klassisch und ohne Firlefanz. Gerade nostalgische Figuren sind nach Angaben des Süßwarenhandelsverbandes hoch im Kurs.

Große Gewinnsprünge können die deutschen Produzenten jedoch kaum noch machen. Der Schokoladen-Verzehr ist seit Jahren stabil. 2015 lag er nach Angaben des BDSI bei rund 9,5 Kilogramm pro Person und Jahr - das entspricht etwa 95 Tafeln Schokolade.

Zudem bringen teure Rohstoffe die Hersteller unter Druck. «Insbesondere der hohe Kakaopreis belastet die Ertragslage der Süßwarenhersteller», sagt Torben Erbrath vom BDSI. Im Schnitt kostete die Tonne Kakao im vergangenen Jahr 2800 Euro und damit doppelt so viel wie noch im Jahr 2007.

«Das ist natürlich ein Problem für die Hersteller», sagt Thomas Seeger vom Schokoladenhersteller Ritter Sport. Das Familienunternehmen setzt auf den Bau einer eigenen Kakaoplantage in Nicaragua, wo 2017 erstmals geerntet werden soll. Vom kommenden Jahrzehnt an sollen die Erträge so hoch sein, dass etwa ein Drittel des Bedarfs der Firma an Kakao gedeckt werden kann.