29-Jähriger nach tödlicher Messerattacke vor Gericht

Weil er im Jobcenter von Rothenburg ob der Tauber einen Psychologen erstochen haben soll, steht jetzt ein 29-Jähriger vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft im fränkischen Ansbach wirft ihm Mord vor. Der Mann gilt als psychisch krank.

Nach Verlesung der Anklage schloss das Ansbacher Landgericht die Öffentlichkeit zeitweise von der Verhandlung aus. Das Landgericht begründete dies mit Details zum Gesundheitszustand des Angeklagten.

«Die Öffentlichkeit kann ganz oder zum Teil von einer Verhandlung ausgeschlossen werden, wenn die Hauptverhandlung eine mögliche Unterbringung des Angeklagten zum Gegenstand hat», erklärte Gerichtssprecher Jürgen Krach. Die Kammer muss unter anderem entscheiden, ob der Mann eine Haftstrafe bekommt oder in eine psychiatrische Einrichtung (Unterbringung) eingewiesen wird.

Der Verteidiger hatte beantragt, den gesamten Fall nicht öffentlich zu verhandeln. Er verlas später eine Erklärung seines Mandanten. Die Tat tue dem Angeklagten unendlich leid, aber er könne sie nicht ungeschehen machen, berichtete der Gerichtssprecher aus dem nicht öffentlichen Teil.

Der 29-Jährige soll Anfang Dezember 2014 mit einem Küchenmesser im Büro einer Jobvermittlerin auf den Psychologen eingestochen haben - aus Verärgerung über dessen Gutachten. Er hatte ihm eine schizophrene Psychose und nur durchschnittliche Intelligenz bescheinigt. Der Arbeitslose verletzte den 61-Jährigen dabei so schwer, dass dieser kurze Zeit später starb.

Wenige Minuten vor dem eigentlichen Notruf bei der Polizei hatte eine Mitarbeiterin des Jobcenters die Beamten schon einmal angerufen und gesagt, dass sie von einem Mann bedroht werde, berichtete ein Polizist als Zeuge. Er schickte daher schon nach dem ersten Anruf einen Streifenwagen zum Jobcenter.

Der bei der Tat unter Drogen stehende 29-Jährige ist derzeit in einer psychiatrischen Klinik in Erlangen untergebracht. Das Landgericht Ansbach hat für den Prozess zunächst drei Verhandlungstage angesetzt.