34 Tote und 125 Verletzte bei Autobomben-Anschlag in Ankara

Bei einem erneuten Autobomben-Anschlag im Zentrum der türkischen Hauptstadt Ankara sind mindestens 34 Menschen getötet worden.

34 Tote und 125 Verletzte bei Autobomben-Anschlag in Ankara
Str 34 Tote und 125 Verletzte bei Autobomben-Anschlag in Ankara

125 Menschen seien bei der Detonation am Sonntagabend verletzt worden, sagte Gesundheitsminister Mehmet Müezzinoglu nach einem Sicherheitsgipfel der Regierung. Erst vor knapp einem Monat waren in Ankara bei einem Autobomben-Anschlag einer Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK 30 Menschen ums Leben gekommen. Zu dem Anschlag vom Sonntag bekannte sich zunächst niemand.

Die Explosion ereignete sich am zentralen Kizilay-Platzes in der Nähe einer belebten Bushaltestelle. Anadolu meldete, der Anschlag habe auf Zivilisten abgezielt. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie zahlreiche Krankenwagen zum Anschlagsort eilten. Fotos vom Unglücksort zeigten ausgebrannte Fahrzeuge.Die US-Botschaft hatte erst am Freitag vor einem drohenden Anschlag in einem Viertel in der Nähe des Anschlagsorts gewarnt und dazu aufgerufen, die Gegend zu meiden.

Die türkische Regierung verhängte am Sonntagabend eine Nachrichtensperre über den Anschlag, die aber nicht offizielle Verlautbarungen betrifft. Türkische Medien berichteten, ein Gericht in Ankara habe eine Sperre für soziale Medien verfügt, nachdem dort Fotos zu dem Anschlag geteilt worden seien. Twitter und Facebook waren am Abend aber weiter zugänglich.

Die Regierung kam zu einem «Sicherheitsgipfel» zusammen. Auch die pro-kurdische Partei HDP verurteilte die Tat. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan wirft der HDP Verbindungen zur PKK vor.

In einer ersten Reaktion verurteilte Russlands Präsident Wladimir Putin den Anschlag auf das Schärfste. Putin trauere mit dem türkischen Volk, teilte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Abend mit. Europarats-Generalsekretär Thorbjørn Jagland äußerte sich bestürzt. «Diese rücksichtslosen terroristischen Angriffe sind ein Angriff auf unsere europäische Werte - auf uns alle», heißt es in einer am späten Abend verbreiteten Erklärung. 

Am 17. Februar war es zuletzt zu einem schweren Anschlag in Ankara gekommen, als sich ein Selbstmordattentäter in einem Auto neben Bussen mit Armeeangehörigen in die Luft sprengte. Zu dieser Tat bekannte sich die aus der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK hervorgegangene Splittergruppe Freiheitsfalken Kurdistans (TAK).

Die TAK hatte damals zugleich gedroht: «Unser Rachefeldzug gegen den faschistischen türkischen Staat wird weitergehen.» Zugleich kündigte die Gruppe Anschläge auch in Touristengebieten an und warnte Urlauber davor, in die Türkei zu reisen.

Am 12. Januar hatte sich in Istanbul ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt, zwölf deutsche Touristen kamen dabei ums Leben. Diese Tat wurde der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zugeschrieben. Das gilt ebenso für einen Selbstmordanschlag im Oktober vergangenen Jahres in Ankara, der einer pro-kurdischen Demonstration galt. Bei dem schwersten Anschlag in der Geschichte der türkischen Republik kamenmehr als 100 Menschen ums Leben.