50 Tote bei Angriff auf Ministerium in Sanaa

Bei einem Angriff auf das jemenitische Verteidigungsministerium sind etwa 50 Menschen getötet worden. Das berichteten Krankenhausärzte in Sanaa.

Ein Sanitäter sagte, unter den Opfern seien auch eine Deutsche und eine philippinische Krankenschwester. Zum Zeitpunkt des Angriffs habe eine ausländische Delegation das Militärkrankenhaus besucht, das sich in dem Gebäudekomplex befindet. Offiziell wurde dies zunächst nicht bestätigt. Der Sanitäter sprach von rund 100 Verletzten.

Lokale Medien meldeten unter Berufung auf die Sicherheitskräfte, zu Beginn der Attacke habe sich ein Selbstmordattentäter am Haupteingang mit einer Autobombe in die Luft gesprengt. Anschließend stand eine große Rauchsäule über dem Gebäudekomplex. Die Angreifer, die Uniformen der jemenitischen Armee getragen haben sollen, drangen nach der Explosion in das Militärkrankenhaus und zwei weitere Gebäude ein. Dort lieferten sie sich mehrere Stunden lang ein Gefecht mit Soldaten. Sie töteten nach Informationen jemenitischer Medien zahlreiche Ärzte und Krankenschwestern. Aus dem Ministerium hieß es am Mittag, die meisten der Angreifer seien getötet worden. Die Lage auf dem Gelände sei wieder unter Kontrolle.

Wer hinter dem Angriff auf den Gebäudekomplex des Ministeriums steckt, der offensichtlich vor allem dem Krankenhaus galt, blieb zunächst unklar. Al-Kaida-Terroristen hatten in den vergangenen Jahren mehrfach vergeblich versucht, Verteidigungsminister Mohammed Nasser Ahmed zu töten. Der Minister hielt sich am Donnerstag zu einem Besuch in den USA auf. Sein Ministerium arbeitet im Kampf gegen die Terrorgruppe Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) mit den USA zusammen. Die US-Armee hatte im Jemen in den vergangenen Jahren mehrfach mutmaßliche Al-Kaida-Terroristen mit Kampfdrohnen getötet.

AQAP gilt als einer der aktivsten Ableger des internationalen Terrornetzwerks. Der Gruppe gehören außer Jemeniten auch Saudis an sowie einige Ausländer anderer Nationalitäten.